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KommR Johannes Hödlmayr, MBA, Vorstand Hödlmayr International AG.

Hödlmayr International AG: Erfreuliche Geschäftsentwicklung in einem anspruchsvollen Marktumfeld

14. Juni 2016 | 12:52 Autor: Prizovsky & Partner Österreich, Oberösterreich

Schwertberg (A) In einem anspruchsvollen Marktumfeld behauptete sich die Hödlmayr International AG im vergangenen Geschäftsjahr. Trotz Kapazitätsengpässe und Fahrermangel auf den europäischen Märkten sowie Beeinträchtigungen durch Grenzwartezeiten gelang es dem oberösterreichischen Fahrzeuglogistik- und Automotive-Experten seinen Umsatz zu steigern. 

Insgesamt verbuchte Hödlmayr im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 245 Millionen Euro. Dies entspricht gegenüber der Vorperiode einer Steigerung von rund elf Prozent. „Nachdem wir schon im vorangegangenen Geschäftsjahr eine zweistellige Zuwachsrate erreichen konnten, ist die Steigerung 2015 natürlich erfreulich“, zeigt sich CEO Johannes Hödlmayr mit der Entwicklung zufrieden.

Der Umsatzzuwachs machte auch Investitionen in Personalressourcen und beim Fuhrpark notwendig: So erhöhte sich die Mitarbeiteranzahl auf 1.650 (plus 50 gegenüber der Vorperiode), der Fuhrpark wurde auf 650 Spezialtransporter erweitert. Ausschlaggebend für die Erfolge auf den nationalen und internationalen Märkten waren nach Ansicht Hödlmayrs jene strategischen Weichenstellungen, die es dem Mühlviertler Leitbetrieb erlauben, mit innovativen Logistik-Konzepten für die Kunden einen Mehrwert zu schaffen, der weit über den reinen Fahrzeugtransport hinausgeht.

Kapazitätsengpässe und Fahrermangel
Dabei waren die Rahmenbedingungen am europäischen Markt alles andere als einfach. Nachdem die Konjunktur am Fahrzeugmarkt nach Jahren der Stagnation wieder Aufwind erlebte, fehlten die notwendigen Transportkapazitäten.
„Viele – vor allem kleinere – Mitbewerber waren während der dürren Jahre nicht in der Lage, in neue Fahrzeuge zu investieren. Diese Unternehmen sind zum Teil vom Markt verschwunden, die Kapazitäten fehlen jetzt natürlich“, betont Hödlmayr. Beim Schwertberger Fahrzeuglogistik-Experten wurde laufend in den Fuhrpark investiert, trotzdem konnten nicht alle Lücken am Markt geschlossen werden.

Ein weiteres Problem macht sich mittlerweile am gesamten europäischen Markt immer drastischer bemerkbar: Es fehlt an qualifizierten Lkw-Fahrern. „Dies trifft uns nicht nur in Österreich, sondern an allen unseren internationalen Standorten. Der Beruf hat nicht zuletzt aufgrund der verschärften Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre stark an Attraktivität verloren“, weiß Hödlmayr und ergänzt: „Das Problem liegt unserer Ansicht nach in den doch sehr herausfordernden Arbeitsbedingungen.
Vor allem in unserer Branche – wo die Anforderungen weit über den klassischen Transport hinausgehen – ist es besonders schwer, adäquates Personal zu finden. Auch die teilweise langen Abwesenheiten von den Familien, halten immer mehr Menschen davon ab, diesen Beruf zu ergreifen beziehungsweise auszuüben.“
 
BMW-Standort Leipzig setzt auf Schwertberger Logistik-Konzept

Seit Jahresbeginn ist Hödlmayr auch in einem der modernsten Autowerke Europas tätig. So zeichnet die „Transport Service & Logistics GmbH“ in Leipzig – ein Joint Venture mit dem britischen Partnerunternehmen Stobart Group – am BMW-Standort für die Fahrzeugendkontrolle und die Versandabwicklung verantwortlich. „Mit einem Team von bis zu 100 Mitarbeitern sind wir dabei etwa für die Fahrzeuginspektion, den Oberflächenschutz, das Lagermanagement, die Waggonbeladung oder den Werkversand zuständig“, erklärt Hödlmayr. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Am Standort in Leipzig werden rund 850 Fahrzeuge pro Tag gebaut.

Neben BMW ist Hödlmayr noch in sechs weiteren Autowerken in Europa als Releasing Agent tätig. „Insgesamt sind wir dabei für die Qualitätsendkontrolle von rund einer Million Neufahrzeuge zuständig“, betont der Unternehmensvorstand. Hödlmayr sieht, nicht zuletzt durch diese beeindruckenden Zahlen, die langfristige strategische Ausrichtung des Unternehmens bestätigt. „Wir entwickeln uns konsequent von einem reinen Logistik-Dienstleister zu einem Automotive- und Mobilitätsexperten. Dies bringt uns und in weiterer Folge unseren Kunden entscheidende Wettbewerbsvorteile, um in diesem ansonsten so preisbestimmten Konkurrenzkampf auch weiterhin erfolgreich bestehen zu können.“

Positiver Ausblick trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Verantwortlichen in der Hödlmayr-Konzernzentrale mit einer andauernden positiven Entwicklung. „Die Neuwagenzulassungen steigen europaweit an, dies beflügelt natürlich auch unser Business“, weiß Hödlmayr. Abzuwarten bleibt freilich die Entwicklung auf spezifischen Märkten wie der Türkei. Dort haben die politischen Entwicklungen zu einer merkbaren Konjunkturdelle geführt.

Angespannt bleibt die Situation hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Transportvolumen und vor allem am Arbeitsmarkt. „Hier sehe ich langfristig den schwierigsten Engpass für die gesamte Branche. Wenn es uns nicht gelingt, mehr Menschen für den Beruf des Lkw-Fahrers zu begeistern, wird sich die Situation zuspitzen“, weiß der Konzern-Vorstand. Selbstfahrende Fahrzeuge befinden sich in der technischen Entwicklungsphase, können allerdings die kurz- und mittelfristigen Probleme in diesem Bereich nicht lösen. Bei Hödlmayr will man mit gezielten Recruiting-Programmen dem Trend gegensteuern. „Es wird dabei aber auch nötig sein, dass die Interessensvertretungen gezielte Initiativen und Kampagnen setzen, einzelne Unternehmen sind dazu alleine nicht in der Lage“, so Hödlmayr. Für den Vorstand steht außer Zweifel, dass dies für die Entwicklung der gesamten Wirtschaft am Standort Österreich von entscheidender Bedeutung sein wird. „Ohne funktionierende Logistik gibt es kein Wachstum.“

Grenzwartezeiten als zusätzliche Belastung
Die Flüchtlingsströme und die damit verbundenen wiedereingeführten Grenzkontrollen sorgen für international tätige Logistikunternehmen in Österreich für zusätzliche Belastungen. So belaufen sich die Wartezeiten an den Grenzen zu Deutschland oder Ungarn seit Herbst des vergangenen Jahres auf rund drei Stunden pro Ein- oder Ausreise. Da rund die Hälfte der Hödlmayr-Lkw-Flotte (650 Fahrzeuge) permanent im internationalen Verkehr eingesetzt wird und die Warte- und Stauzeiten natürlich als Lenk- bzw. Arbeitszeit klassifiziert werden, entstehen gravierende finanzielle Mehrbelastungen, die nur zu einem kleinen Teil von den Kunden abgegolten werden. „Noch gravierender sind die Auswirkungen, die durch die nicht kalkulierbare Fahrzeit und die dadurch entstehenden Verspätungen entstehen. Wir liefern zu spät an und können deshalb fix gebuchte anschließende Transporte nicht mehr zeitgerecht übernehmen. Da entsteht ein echter negativer Dominoeffekt“, betont Hödlmayr.

Abhilfe könnten laut dem Vorstand entsprechende Entlastungen der Branche im Bereich der Mauttarife, die Flexibilisierung der Wochenend- und Feiertagsfahrverbote sowie die vorübergehende Lockerung regionaler Fahrverbote leisten.

  • Das Team der „Transport Service & Logistics GmbH“ mit Sitz in Leipzig.
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  • Neben BMW ist Hödlmayr noch in sechs weiteren Autowerken in Europa als Releasing Agent für die Fahrzeugendkontrolle tätig.
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  • Die strategische Vision: vom Logistik- zum Automotive- zum Mobilitäts-Experten, um mittel- bis langfristig auf jedem Markt für die entscheidenden Wettbewerbsvorteile zu sorgen.
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Hödlmayr International AG

Aisting 33, 4311 Schwertberg, Österreich
+43 7262 660-0

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