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Feierliche Inbetriebnahme von Reisseck II (v.l.): Karl Heinz Gruber (VERBUND Hydro Power GmbH), Leo Windtner (Energie AG Oberösterreich), Armin Wiersma (KELAG), Landeshauptmann Peter Kaiser, Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, Wolfgang Anzengruber (VERBUND AG), Bürgermeister Erwin Angerer (Mühldorf), Josef Mayrhuber (VERBUND Hydro Power GmbH), Stefan Hinteregger (ARGE Reisseck II), Michael Amerer (VERBUND Hydro Power GmbH). © VERBUND AG

Energie AG ist Partner beim Pumpspeicherkraftwerk "Reißeck II"

07. Oktober 2016 | 15:13 Autor: Energie AG Österreich, Kärnten, Oberösterreich

Linz (A) Die Partner bei der Errichtung des Kraftwerksprojektes "Reißeck II" im Mölltal in Kärnten konnten das Pumpspeicherkraftwerk in Betrieb nehmen. Verbund, Kelag und Energie AG Oberösterreich haben rund 400 Millionen Euro in das Kraftwerk, das vollständig im Inneren der Berge errichtet wurde, investiert. Es stellt wertvolle Ausgleichs- und Spitzenenergie mit der Leistung von 200 Windkraftwerken bereit und stellt dringend benötigte Speicherkapazitäten für die volatilen erneuerbaren Energieträger zur Verfügung.
 
Generaldirektor Leo Windtner: „In Zeiten sehr volatiler Produktion durch die neuen erneuerbaren Energien Sonne und Wind sind grüne Batterien wie das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II für eine sichere Versorgung unverzichtbar! Gerade Oberösterreich als das industrielle Kernland Österreichs muss Vorsorge treffen, damit auch in Zukunft Versorgungssicherheit gegeben ist. Darum war es für uns als Energie AG klar, dass wir auch bei der Erweiterung dabei sind, nachdem wir auch bei dem Ursprungsprojekt Partner sind.“
 
Mit einem Knopfdruck starteten Wirtschaftsminister Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser heute gemeinsam mit den Vorständen von Verbund, Kelag und Energie AG hoch über dem Kärntner Mölltal die Maschinen des neuen Pumpspeicherkraftwerks Reißeck II.
 
Sechs Jahre lang befand sich im Mühldorfer Graben die höchstgelegene Wasserkraftwerksbaustelle Österreichs. Im Inneren des Berges wurde eine 43 Meter hohe und 58 Meter lange Felskaverne ausgebrochen, mit einer 880 Tonnen schweren Tunnelbohrmaschine wurde auf 2.200 Meter Seehöhe ein kilometerlanger Stollen zum Großen Mühldorfer See getrieben. Sämtliche Kraftwerkskomponenten wie die 200 Tonnen schweren Generatoren und Transformatoren mussten vom Mölltal aus mit Schwertransporten auf den Berg und in die Kaverne gebracht werden. Bis zu 350 Fachkräfte arbeiteten gleichzeitig im hochalpinen Projektgebiet. Insgesamt wurden drei Millionen Arbeitsstunden für die Errichtung des Pumpspeicherkraftwerks Reißeck II geleistet.
 
Reißeck II ist als „grüne Batterie“ ein wichtiger Baustein für die europäische Energiewende
Das Herzstück des neuen Kraftwerks bilden die beiden hocheffizienten Pumpturbinen, die gemeinsam über eine Leistung von 430 Megawatt verfügen. Zur Stromerzeugung können im Turbinenbetrieb bis zu 80.000 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Mühldorfer See über einen kilometerlangen Druckstollen auf die Turbinen geleitet werden.

Ist hingegen zu viel Strom im Netz, kann Reißeck II diese Energie speichern, indem Wasser zurück hinauf in den Mühldorfer See gepumpt wird. Das Kraftwerk kann dabei die gleichzeitige Stromproduktion von etwa 200 Windkraftanlagen aufnehmen und bei Bedarf auf Knopfdruck wieder bereitstellen. Damit wird das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II als „grüne Batterie“ in den Alpen zu einem wichtigen Baustein der europäischen Energiewende.
 
Mit dem neuen Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II werden die bisher hydraulisch getrennten Kraftwerkssysteme Reißeck und Malta miteinander verbunden. Damit entsteht eine der größten Wasserkraftwerksgruppen Europas mit einer Turbinenleistung von mehr als 1.450 Megawatt. Diese Kraftwerksgruppe steht jeden Tag im Einsatz, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen und Strombedarfsspitzen zuverlässig abzudecken.
 
Energie AG seit Jahrzehnten Partner in Europas stärkster Kraftwerksgruppe 
Die 1971 bis 1978 errichtete Kraftwerksgruppe Malta hat eine Gesamtleistung von 891 MW. Die aus Oberstufe (Hauptspeicher Kölnbrein), Hauptstufe (Zwischenspeicher Galgenbichl und Gößkar) und Unterstufe (Ausgleichbecken Rottau) bestehende Gruppe wird von der Verbund Hydro Power AG betrieben. Die Energie AG ist von Beginn an Partner bei diesem Kraftwerksprojekt. Mit der erneuten Beteiligung erhöht sich der Anteil der Energie AG an der Erzeugungskapazität für Ausgleichs- und Regelenergie auf insgesamt 123 MW.
 
Für Generaldirektor Leo Windtner ist Reißeck II ein wesentlicher Baustein für die Bewältigung der Energiezukunft: „Die Erweiterung der Kraftwerksgruppe ist für uns von besonderer Bedeutung: Wir können einerseits eine wichtige Speicherressource nutzen und andererseits unser Aufbringungsportfolio weiter optimieren. In Zeiten sehr volatiler Produktion durch die neuen erneuerbaren Energien Sonne und Wind sind grüne Batterien wie das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II für eine sichere Versorgung unverzichtbar!“
 
400 Millionen Euro-Investition floss zu 90 Prozent in österreichische Wertschöpfung
Verbund investierte gemeinsam mit den langjährigen Partnern Kelag und Energie AG rund 400 Millionen Euro in das neue Kraftwerk. 90 Prozent der Aufträge wurden an die österreichische Wirtschaft mit heimischer Wertschöpfung vergeben. Rund 8 Millionen Euro flossen in ein Bündel an ökologischen Begleitmaßnahmen, wobei insbesondere die Renaturierung im hochalpinen Raum weit oberhalb der Baumgrenze international neue Maßstäbe setzt.

    Energie AG Oberösterreich

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