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Präsident Manfred Rein

Wirtschaftskammer fordert Technikunterricht

16. März 2012 | 11:18 Autor: WKV Vorarlberg

Feldkirch (A) Ohne technische Innovationsfähigkeit wäre Vorarlberg als Wirtschaftsstandort nicht lebens- und wettbewerbsfähig. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg sieht einen dringenden Handlungsbedarf bei der technischen Bildung an Vorarlbergs allgemeinbildenden Schulen.

Wie wichtig Technikunterricht an allgemeinbildenden Schulen ist, bestätigt eine Studie der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Untersucht wurden Projekte und Aktivitäten zur Förderung des Technikinteresses in und außerhalb von Schulen. Das zentrale Ergebnis: Moderne, altersgerechte Didaktik sowie ausreichende räumliche und materielle Ausstattung sind unbedingt erforderlich, um kindliches Interesse für Technik zu wecken.

„Um an internationalen Märkten Bestand zu haben sowie dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, ist die Aneignung von technischem Wissen eine wichtige Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Es wird die Zeit kommen, da fehlen uns nicht nur die klugen Köpfe, sondern auch die Hände, die umsetzen “, so WKV-Präsident Manfred Rein. „Wir  müssen Bildungsinstitutionen – vom Kindergarten bis zur Hochschule – mit außerschulischen Projekten vernetzen, um noch mehr junge Menschen für diesen spannenden Bereich zu begeistern.“ Die Studienergebnisse aus Deutschland belegen das eindeutig.

„Technikbildung ist Allgemeinbildung“
Das Wissens- und Informationszeitalter wäre ohne moderne Technik nicht denkbar, Probleme in Gegenwart und Zukunft nicht lösbar. Weder generelle Technikgläubigkeit noch Technikangst sind wünschenswert. Deshalb ist die Vermittlung von Basiswissen nötig. Nur dann können Gefahren und Möglichkeiten von Technik sinnvoll abgewogen werden. „All diese Argumente sprechen dafür, dass Technikwissen zur schulischen Allgemeinbildung gehören muss“, so Präsident Rein.

„Altersgerechte Förderung dringend nötig“
In der deutschen Untersuchung gaben technisch interessierte OberstufenschülerInnen signifikant häufiger als nicht-interessierte Jugendliche an, bereits zuhause durch technisches Spielzeug, Fahrradreparaturen und Heimwerktätigkeiten an technische Zusammenhänge und Fragen herangeführt worden zu sein.

Untersuchungen in Kindergärten bestätigen die Wichtigkeit der frühen Techniksozialisation: Kinder können das Gelernte abstrahieren, suchen nach Technik im Alltag. Aufkeimendes Interesse wird idealerweise durch Basiswissen ergänzt, die eine motorische Beschäftigung mit Technik ermöglicht.

Auch die Beschäftigung mit Sinn und Funktion von Technik – für Gesellschaft und Wirtschaft – biete einen wesentlichen Anreiz für Jugendliche, dem aufkeimenden Interesse weiter nachzugehen. Wenn dann noch Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Förderprojekte Hand in Hand mit den potenziellen Nachwuchskräften arbeiten, sei eine ideale Technik-Förderung gewährleistet.

Dr. Christoph Jenny, Bildungssprecher der WKV, sieht in der Studie auch einen Ansporn für Vorarlberg: „In Vorarlberg muss speziell in der frühkindlichen Interessenförderung angesetzt werden. Eine didaktische Neuausrichtung sowie technisch hochwertige Ausstattung der Bildungseinrichtungen sind unerlässlich, um Vorarlberg als Forschungs- und Entwicklungsstandort in der Technik weiter zu etablieren.“

Die Politik sei gefordert, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen und eine kontinuierliche Evaluierung zur Qualitätssicherung und effizienten Förderung zu gewährleisten. „Die Einführung von Technikunterricht als fester Bestandteil der Lehrpläne an Vorarlbergs Schulen ist überfällig. Die Schule muss der zentrale Ort der Technikbildung sein, sonst bleibt aus der Vielzahl von Projekten und Initiativen nur Stückwerk.“

Zentrale Ergebnisse der Studie
•    Jugendliche erleben Technik als stets präsentes Konsumgut im Alltag, sie entwickeln ohne Anreize von außen aber kein Interesse dafür.

•    Technikbildung muss früh (Elternhaus, Kindergarten) beginnen und kontinuierlich über alle Bildungsphasen gefördert werden.

•    Die Schule ist der zentrale Ort der Technikbildung – ein gut konzipierter und didaktisch strukturierter Technikunterricht fördert nachweislich das Interesse.

•    Intensive Zusammenarbeit von Schulen und außerschulischen Initiativen: Nur so greifen gezielte Lernangebote ineinander und ein nachhaltiges Interesse an Technik und technischen
Berufen wird gefördert.

•    Außerschulische Bildungsangebote können die Technikbildung in den Schulen effektiv unterstützen, aber nicht ersetzen.

•    Spezielle Technikangebote für Mädchen und Frauen: Mädchen fühlen sich oftmals besser gefördert und motivierter, wenn sie sich ohne Jungen mit Technik auseinandersetzen können. Sind Mädchen unter sich, trauen sie sich mehr zu.

Nähere Infos zur Studie: www.acatech.de/mint

    Wirtschaftskammer Vorarlberg

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    +43 5522 305-0
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