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Mag. Mathias Burtscher

Vorarlberger Industrie: Leichter Negativtrend

24. Oktober 2016 | 12:55 Autor: IV Vorarlberg Startseite, Vorarlberg

Lustenau (A) 45 Vorarlberger Unternehmen mit über 22.600 Beschäftigten haben sich an der aktuellen Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung (IV) Vorarlberg und der Sparte Industrie der WKV im dritten Quartal 2016 beteiligt. Der Geschäftsklimaindex, als Mittelwert der Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage und jener in sechs Monaten, sank dabei neuerlich leicht von 25,6 auf 20,2 und ist damit der schlechteste Wert seit 2 Jahren (siehe Grafik).

„Die Industrie bleibt weiterhin Wachstumsmotor in Vorarlberg und wir sind nach wie vor auf positivem und stabilem Niveau. Allerdings laufen wir Gefahr, dass wir deutlich an Schwung verlieren. Ein nicht unerheblicher Grund dafür sind schlechter werdende wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, vor allem auf Bundesebene“, so Mathias Burtscher, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung.
 
Sowohl die aktuelle Geschäftslage, der aktuelle Auftragsbestand als auch die aktuellen Auslandsaufträge werden im dritten Quartal 2016 negativer als noch im zweiten Quartal beurteilt. Trotzdem liegt der Saldo zwischen guter und schlechter Einschätzung – bei je rund 40 Prozent – deutlich positiv. Der Druck bei den erwarteten Verkaufspreisen in drei Monaten nimmt leicht zu. Der Ausblick der Betriebe zu ihrem Beschäftigtenstand in drei Monaten bleibt erfreulich stabil. 18 Prozent der Unternehmen können sich vorstellen, mehr Mitarbeiter einzustellen, nur 4 Prozent rechnen mit weniger Mitarbeiter in drei Monaten. Die Geschäftslage in sechs Monaten bleibt auf diesem Niveau konstant. Die Ertragssituation ist noch gut, der Ausblick in sechs Monaten ist allerdings deutlich schlechter. Nur 1 Prozent der Betriebe rechnet mit steigenden Erträgen in sechs Monaten, 30 Prozent rechnen mit fallenden Erträgen, was für zusätzlich Investitionen nicht förderlich ist.
 
Wirtschaftspolitische Verbesserung ist Gebot der Stunde!

„Was für die Industrie und die Wirtschaft wirtschaftspolitische Impulse wären, um den Abwärtstrend nicht nur österreichweit, sondern auch in Vorarlberg umzudrehen, ist kein Geheimnis, aber dringender denn je“, so Burtscher. „Uns geht es bei den aktuellen New Deal-Verhandlungen einerseits um eine Flexibilisierung der Arbeitszeit in den Betrieben, also beispielsweise um die gesetzliche Möglichkeit bis zu zwölf Stunden zu arbeiten. Andererseits geht es um investitionsfördernde Maßnahmen wie eine Körperschaftssteuersenkung auf nicht entnommene Gewinne oder Investitionsfreibeträge für alle Unternehmen.“ Der Reformunwille auf Bundesebene nimmt laut Burtscher erschreckende Maße an. Wenn in den kommenden Wochen in diesen unsicheren Zeiten keine wirtschaftspolitischen Entscheidungen getroffen werden, sei es besser die Karten neu zu mischen.
 
Die Branchenergebnisse im Detail
Die in Vorarlberg dominante Maschinen- und Metallindustrie gibt – ausgehend von hohem Niveau – den leicht negativen Trend der Industriekonjunktur vor. Bis auf den Beschäftigtenstand in drei Monaten und die aktuelle Ertragssituation weisen alle weiteren Indikatoren ein Minus im Vergleich zur letzten Umfrage vor. Insbesondere ist der steigende Druck auf die Verkaufspreise – 44 Prozent rechnen mit geringeren Verkaufspreisen – klares Anzeichen für einen härteren Wettbewerb.
 
Unterschiedliche Signale kommen aus der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Lichtblick sind die gut gehenden Exporte: über Dreiviertel der Befragten sprechen von guten Auslandsaufträgen. Weniger optimistisch sind allerdings die betrieblichen Einschätzungen zu Beschäftigtenstand in drei Monaten und aktueller Ertragssituation.
 
Eine leichte Erholung auf bescheidenem Niveau zeichnet sich in der Textilindustrie ab. Nahezu alle Indikatoren haben sich leicht verbessert. Besonders verbessert haben sich die aktuelle Geschäftslage, die Geschäftslage in sechs Monaten und dementsprechend auch die Prognose zum Beschäftigtenstand in drei Monaten.
 
Aus der Elektro- und Elektronikindustrie sind die positivsten Signale zu vernehmen. Über Zweidrittel der befragten Unternehmen sprechen von guter Geschäftslage, steigenden Auftragsbeständen und Auslandsaufträgen. Eine Erhöhung der aktuellen Mitarbeiterzahl ist für knapp jeden Dritten im nächsten Quartal wahrscheinlich. Hemmend bleibt der Druck auf die Verkaufspreise und damit zusammenhängend die erwarteten Erträge in sechs Monaten.
 
Die Umfragemethode:

Den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten gegeben: gut, durchschnittlich, schlecht. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) %anteile dieser Antwortkategorien, und dann wird die konjunktursensible „Saldo“ aus den %anteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.

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