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v.l.n.r.: Jochen Ressel (Senat der Wirtschaft), Mag. Bernhard Hofer (Gründer talentify), Helmut Gragger (Bio-Holzofenbäckerei Gragger), Mag. Waltraud Martius (Syncon International Franchise Consultants), Hans Harrer (Senat der Wirtschaft)

Social Entrepreneurship Forum: Soziale Probleme auf unternehmerische Weise lösen

10. Oktober 2016 | 11:11 Autor: Special Public Affairs Startseite, Wien

Wien (A) Bereits zum 3. Mal lud der Senat der Wirtschaft, ein überparteilicher, am Gemeinwohl orientierter Think Tank zum Social Entrepreneurship Forum ein. Mehr als 100 Personen informierten sich über soziales Unternehmertum und dessen immer größere Wichtigkeit für die Gesellschaft. Mit Best Practice Beispielen und durch Workshops, in denen sich Teilnehmer aktiv einbringen konnten, wurde die beeindruckende Leistung der Unternehmen aufgezeigt und ein Wissenstransfer initiiert.

„Soziale Probleme auf unternehmerische Weise zu lösen und durch die Multiplikation dieser unternehmerisch geführten Sozialprojekte eine Vielzahl an Arbeitsplätze zu schaffen, die durch die Automatisierung und Digitalisierung verloren gehen, ist eine wichtige Leistung der Zivilgesellschaft, da dem Staat für das Lösen sozialer Probleme immer mehr das Geld ausgeht“, so Hans Harrer, Vorstand des Senats der Wirtschaft, im Rahmen der Eröffnung des Social Entrepreneurship Forums im Erste Bank Campus. Bereits jedes vierte Unternehmen, das gegründet wird, hat einen sozialen Hintergrund. „Social Franchising kann als Jobmotor betrachtet werden“, ergänzt Mag. Waltraud Martius, Geschäftsführerin von Syncon International Franchise Consultants, „denn wo funktionierende Modelle zielgerichtet multipliziert werden, liegt die Rate der scheiternden Unternehmen bei nur 4 Prozent, während von den sonstigen Neugründungen 25-30 Prozent scheitern“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jochen Ressel, Geschäftsführer Operations des Senats.

Günther Benischek, Leiter des Bereichs „Social Banking“ der Erste Bank, hob hervor, dass es in ganz Europa viele Herausforderungen gibt, die man mit herkömmlichen Herangehensweisen nicht lösen kann. Daher bedarf es – wie z. B. auch im Finanzierungsbereich – neuer Ideen. Mag. Marie Ringler von Ashoka zeigte Praxisbeispiele der Ashoka-Fellows auf und präsentierte deren Sozialunternehmen und großartige Konzepte, z. B. wie Wasser unkompliziert desinfiziert werden kann (Martin Wesian von Helioz), wie mit afrikanische Bäckereien eine neue Lebensgrundlage im Wettbewerb mit internationalen Konzernen geschaffen wird - indem man sie im Backofenbau ausbildet und vorhandene Biomasse für das Beheizen verwendet (Helmut Gragger von Bio-Holzofen-Bäckerei Gragger) oder wie moderne Bildungssysteme auf die Inklusion von Jugendlichen als Lehrkräfte für benachteiligte Kinder setzen und wie diese bis zur Berufswahl begleitet werden (Mag. Bernhard Hofer von talentify).

Die Ausführungen von Veran Matic aus Serbien, der mit Fond B92 im Finanzierungs-bereich tätig ist, zeigten die aktuelle Situation des Sozialunternehmertums am Balkan auf.

„Wir treiben diese Themen voran, weil sie für das Funktionieren unserer gesamten Gesellschaft in höchstem Maße zukunftsrelevant sind. Daher sind wir auch mit den verantwortlichen Politkern im Gespräch um ein Bewusstsein aufbauzubauen, dass es unter den Ministerien eine Verständigung geben muss, Finanzierungsformen für Sozialunternehmen zu finden, die nicht in jahrelanger Förderabhängigkeit münden, sondern stattdessen das Gewinnerzielen angestrebt werden soll“, so Hans Harrer über die Beweggründe und Forderungen des Senats. Mit dem Social Call, der beim Austrian Wirtschaftsservice eingerichtet wurde, ist ein erster erfolgreicher Schritt der Senatsforderungen bereits erfüllt worden, das bestätigt auch Mag. Marlies Baurecht vom Austria Wirtschaftsservice, die den Social Call vorstellte.

Sowohl in einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion u.a. mit dem auf Sozialunternehmertum spezialisierten Rechtsanwalt Dr. Keyvan Rastegar LL.M, mit Dr. Markus Freiburg, von der Finanzierungsagentur für Social Entrepreneurship und Matthias Reisinger, von Impacthub, als auch in der World Café-Session konnten alle Teilnehmer mit den anwesenden Social Entrepreneurs in direkten Kontakt treten, um Rückschlüsse für das eigene unternehmerische Wirken zu ziehen und um neue Denkansätze vermittelt zu bekommen.

Zum Schluss mahnte Msgr. DDr. Michael Landau, Direktor der Caritas Österreich, ein, dass das genaues Hinsehen und Wahrnehmen, in unserer schnelllebigen und oberflächlichen Zeit, mehr denn je entwickelt werden muss. Er warnte dabei aber vor Zukunftsängsten. Denn, „nichts hemmt solidarisches Handeln so sehr, wie Angst. Es ist jetzt an der Zeit, sich mutig den sozialen Herausforderungen zu stellen, die unsere Gesellschaft beinhaltet, und sie mit unternehmerischem Engagement zu lösen!“

Im Anschluss wurde noch eifrig Wissen ausgetauscht und diskutiert, dabei gesichtet wurde ua: Mag. Peter Arlits, GF Globalfinanz, Dr. Helmut Berg und Dr. Friedhelm Boschert, Oikocredit Austria, Dr. Eva Brambach, IBM Österreich, Univ.-Prof. Dr. Achim Hecker, Rektor Privatuniversität Schloss Seeburg, DI Dr. Roland Kuras, GF PowerSolution Energieberatung, Audrey Maak, Öst. Franchiseverband, Mag. Michael Moll und Dr. Thomas Nennadal, MBA, accent Gründerservice, Profilerin Patricia Staniek, management pilots Unternehmensberatung, KR Ing. Georg Paucek, GF, Medicon Medical Consulting, Mag. Christoph Neubauer, CSR-Beauftragter, Hypo NOE Gruppe Bank AG, Mag. Silvia Musial, GF mcbrain Unternehmensentwicklung, uvm

  • v.l.n.r.: Dr. Markus Freiburg (Finanzierungsagentur für Social Entrepreneurship), Matthias Reisinger (Impacthub Vienna), Jochen Ressel (Senat der Wirtschaft)
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  • v.l.n.r.: Jochen Ressel (Senat der Wirtschaft), Mag. Waltraud Martius (Syncon International Franchise Consultants), DDr. Michael Landau (Caritas Austria)
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  • v.l.n.r.: Günther Benischek (Social Banking, Erste Bank), erhält von Hans Harrer, Vorstand Senat der Wirtschaft, eine Urkunde dafür, dass der Senat die Veranstaltung im Erste Campus CO2 neutral gestellt hat
    uploads/pics/Foto_4_Benischek__Harrer.jpg

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