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Markus Salzgeber, unabhängiger Finanz- und Vermögensberater

Private Altersvorsorge: Langfristige Fondsinvestments besonders rentabel

18. Mai 2011 | 11:48 Autor: WKV Vorarlberg

Vorarlberger Finanzdienstleister raten zu Fondsparplänen – aktuelle Statistik belegt für vergangene 30 Jahre durchschnittliche Rendite bis zu 7,4 Prozent.

Immer häufiger wechseln Arbeitnehmer im Verlauf ihres Berufslebens den Arbeitgeber und Übergangszeiten ohne Beschäftigung sind keine Seltenheit. Eine Realität, die gemeinsam mit leeren Staatskassen den Schluss nahelegt, dass die Pensionen künftig geringer ausfallen werden. „Für den Staat wird es angesichts der alternden Bevölkerung immer schwerer, noch angemessene Pensionen auszuzahlen und eine umfassende Pflegevorsorge zu gewährleisten. Umso wichtiger ist es für heutige Generationen, die wachsende Pensionslücke privat zu schließen. Hierfür sind Fondsinvestments besonders geeignet“, sagt Markus Salzgeber. Der Obmann der Vorarlberger Finanzdienstleister wird in seiner Einschätzung durch die jüngst vom deutschen Bundesverband Investment und Asset Management BVI veröffentlichte Sparplanstatistik bestätigt: Wer vor 30 Jahren begonnen hat, monatlich 100 Euro in Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland zu investieren, verbuchte per Ende März dieses Jahres für 36.000 Euro Gesamteinzahlung ein Vermögen von durchschnittlich gut 127.000 Euro. Das entspreche selbst nach Abzug aller Fondskosten und Ausgabeaufschläge einer jährlichen Rendite von rund 7,4 Prozent (Quelle: Fonds professionell).

Fondssparpläne überdurchschnittlich rentabel
„Die Ergebnisse sind durchaus auf Österreich übertragbar und belegen eindrucksvoll, wie gut sich Fondsanlagen eignen, um privat ein beachtliches Rentenpolster anzusparen. Insbesondere wer schon in jungen Jahren aktiv wird und über Jahrzehnte investiert bleibt, hat gute Chancen, eine überdurchschnittliche Rendite zu realisieren“, erklärt Salzgeber. Dabei könne die Wahl auch auf schwankungsärmere Fondsarten fallen, wie das Fachmagazin „Fonds professionell“ mit Bezug auf die BVI-Statistik berichtet: Auch Anleger von monatlich 100 Euro in einen Euro-Mischfonds konnten demnach nach 30 Jahren 113.000 Euro auf ihrem Konto verbuchen und kamen damit im Schnitt auf Zuwächse von 6,8 Prozent jährlich. Selbst Euro-Rentenfonds sind laut „Fonds professionell“ im gleichen Zeitraum bei regelmäßigen Einzahlungen im Mittel für 5,1 Prozent Jahresrendite gut gewesen.

In Österreich waren per Ende Dezember 2010 insgesamt 1.455 Publikumsfonds aufgelegt, wobei Rentenfonds mit 44,6 Milliarden Euro das größte Fondsvolumen aufwiesen, gefolgt von gemischten Fonds (21,7 Milliarden Euro) und Aktienfonds (15,7 Milliarden Euro). Im Gesamtjahr 2010 lag die kapitalgewichtete durchschnittliche Gesamtperformance aller österreichischen Investmentfonds – Publikumsfonds zzgl. Spezialfonds für institutionelle Investoren – bei 6,1 Prozent (Quelle: Quartalsstatistik der Österreichischen Nationalbank Q2/2011).

Anreize für private Fondsanlagen erhöhen

Salzgeber sieht durchaus noch Potenzial für Fondsparpläne in Österreich, vor allem in der privaten Altersvorsorge. „Umso wichtiger ist es, hier steuerliche Anreize zu setzen. Die seit Jänner dieses Jahres geltende Vermögenszusatzsteuer, die eine pauschale Besteuerung unter anderem von Gewinnen aus Aktienfonds vorsieht, ist da eher kontraproduktiv“, so Salzgeber. Auch ständig wechselnde Rahmenbedingungen mache die private Vorsorge eher unattraktiv: „Nur wer Sparer darin unterstützt, renditeträchtig anzulegen, anstatt sie als Spekulanten zu bezeichnen und mit zusätzlichen Abgaben zu belegen, wird die Bevölkerungsmehrheit dazu bewegen können, privat ausreichend Kapital für Rente und Pflegevorsorge beiseite zu legen.“

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