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Dr. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit in der WKO

Noch früher in Pension? So ein System ist nicht finanzierbar!

25. Mai 2011 | 12:23 Autor: WKV Vorarlberg

Länger im Arbeitsprozess bleiben und die Abschaffung der Hacklerregelung - das sind die Zeichen, die es jetzt zu setzen gilt. Die Junge Wirtschaft Vorarlberg sieht ihren Kurs und ihre Forderungen bestätigt: „Die Szenarien sind längst bekannt, daher muss aktiv entgegengesteuert werden. Eine Anhebung des Pensionsantrittsalters ist unausweichlich.

Folgt nach der Wirtschaftskrise die Pensionskrise? Mit Sicherheit, wenn nicht rasch entgegengesteuert wird, sind sich Experten einig. „Kern des Pensionsproblems ist die ,Frühpensionitis’, bedingt durch Fehlanreize des Systems wie z.B. die „Hacklerregelung“, versicherungsmathematisch unzureichende Abschläge und zu geringe Anreize für längeres Arbeiten. Daher sind die Weichen im Pensionssystem selbst neu zu stellen“, so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit in der WKO.

Eine repräsentative Umfrage (n=521) der Jungen Wirtschaft von 2011 unter ihren Mitgliedern zeigt ebenfalls klar die Notwendigkeit einer Reform unseres Pensionssystems.  „82% fordern eine umfassende Reform des Systems. Es ist offensichtlich, dass wir umgehend handeln müssen, damit  auch die heute Jungen noch eine Pension bekommen“, betont der Geschäftsführer der Jungen Wirtschaft Vorarlberg, Mag. Marco Tittler. Der „run“ auf die Frühpension und die geforderten überdurchschnittlichen Pensionserhöhungen werden nicht haltbar sein, ist der JW-Geschäftsführer überzeugt. „Wir wurden letztes Jahr durch die OECD auch noch von internationaler Seite darauf aufmerksam gemacht – es wird Zeit, dass was geschieht – und das heißt: weg mit der Hacklerregelung und zwar so schnell als möglich“, fordert Tittler.

Jetzt reformieren und für sichere und leistbare Zukunft sorgen

Je früher Menschen in Pension gehen, umso weniger können sie aktiv zum System beitragen. Trotz eines gesetzlichen Mindestpensionsalters von 65 Jahren gehen die Österreicher im Durchschnitt sieben Jahre früher in Rente – das kostet bis zum Jahr 2035 mehr als 50 Milliarden Euro. „Wir fordern daher eine rasche und tatsächliche Angleichung des Pensionsantrittsalters an die gesetzliche Vorgabe – Raus aus der Frühpension, ohne Ausnahme“, so Tittler, „alles andere wäre ein falsches Zeichen an die Jungen in unserem Land“.

Die nächsten Verhandlungen stehen schon vor der Türe

Wenn das Pensionssystem verhandelt wird, dann werden traditionellerweise aber nur die Pensionistenvertreter als Zahlungsempfänger eingeladen. „Wo bleibt hier die Generationengerechtigkeit? Warum werden nur die Zahlungsempfänger, nicht aber die Jungen als Einzahler und Leistungsträger eingeladen?“, fragt sich nicht nur Tittler, sondern der Großteil der jungen Generation. „Die Regierung ist dringend aufgefordert, sich an die bestehende Regelung zur Pensionsanpassung zu halten.“ Es geht hier nicht darum, zugesagte Ansprüche zu streichen oder jemandem etwas weg zu nehmen, hier geht es um eine nachhaltige Sicherung des Systems. Und dabei sind alle aufgefordert ihren Beitrag zu leisten“, so Tittler abschließend.

Martin Gleitsmann: „Es muss aber auch bei Prävention und Gesundheitsvorsorge angesetzt werden. „Dabei ist zunächst die Selbstverantwortung der Menschen gefragt – immerhin passieren heute beispielsweise 88 Prozent der Unfälle in der Freizeit und nicht am Arbeitsplatz.“ Auch sollten Unternehmen, die ihre Mitarbeiter gesund und beschäftigungsfähig halten wollen, stärker unterstützt werden.

Die Junge Wirtschaft fordert
:
- Keine jährlichen teuren Pensionsrunden mehr
- Automatische gesetzliche Pensionserhöhung zur Abgeltung der Inflation
- Pensionsalter nach Gesetz: Keine Frühpensionen
- Rasches Ende der Hacklerregelung

    Wirtschaftskammer Vorarlberg

    Wichnergasse 9, 6800 Feldkirch
    Österreich
    +43 5522 305-0
    [email protected]wkv.at
    www.wko.at/vorarlberg

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