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Logistik als Triebfeder für den nachhaltigen Erfolg

22. September 2010 | 08:28 Autor: Verein Netzwerk Logistik Vorarlberg
Am Donnerstag, den 16. September 2010, fand das bereits 3. Logistik-Forum Vorarlberg im WIFI Campus Dornbirn statt. Das diesjährige Motto der VNL-Netzwerkveranstaltung lautete: "Logistik als Triebfeder für den nachhaltigen Erfolg". Das Forum bot ein spannendes Portfolio an Vorträgen von Unternehmen, die über das übliche Maß hinaus und ökonomisch sehr erfolgreich nachhaltiges Denken und Handeln in der Wertschöpfungskette umsetzen.

Gerade die Finanz- und Wirtschaftskrise hat dazu beigetragen, dass vermehrt über die Neugestaltung und Weiterentwicklung der Logistik nachgedacht wird. Neben kurzfristigen Notwendigkeiten, wie die Optimierung des cash-to-cash Kreislaufes und die Reduzierung des working capitals bekamen Überlegungen zur nachhaltigen Entwicklung der Supply Chain vielerorts einen ganz neuen Schwung. Viele Unternehmen sehen darin nicht nur mehr eine „nice-to-have“ Funktion sondern dringende Notwendigkeit, um sich für die Zukunft zu rüsten.

Albin Kälin vom EPEA Institut sprach davon, die letzten 30 Jahre Umweltdiskussion endlich in eine Qualitätsdiskussion zu überführen. Er stellte das Kreislaufprinzip des Cradle-to-Cradle Konzepts vor, was so viel bedeutet wie „von der Wiege zur Wiege“. Ein Prinzip, das herkömmliche Ansätze, wie „von der Wiege bis zur Bahre“ ersetzen soll. Das Prinzip ist von der Natur inspiriert, in der es keinen Abfall sondern nur Nahrung gibt. Die Bestandteile eines Produktes sollen demnach in biologischen und technischen Nährstoffkreisläufen zirkulieren und positive Effekte auf Umwelt und Gesundheit ausüben. Neben den positiven Auswirkungen auf die Umwelt, bringt das Denken in Kreisläufen eine hohe Wirtschaftlichkeit mit sich, da den Unternehmen Rohstoffe nicht mehr verloren gehen.

Ebenfalls an das Kreislaufprinzip angelehnt, sprach Michael Zangerl von Rhomberg Bau über das Konzept des LifeCycle Tower. Der Bau eines Gebäudes habe langfristige Auswirkungen, da sei es verheerend, in der Planungsphase kurzfristig zu denken. Mit dem erneuerbaren Rohstoff Holz sollen künftig auch Hochhäuser bis zu 30 Stockwerke im Passivhaus- bzw. Plusenergiehaus-Standard möglich sein. Dr. Gert Andrieu, Leiter und Eigentümer des "Forstgutes Allerheiligen" in der Steiermark, beleuchtete die Bedeutung von Nachhaltigkeit in KMUs am Beispiel seines Forstbetriebes. Da der Eigenwert der Natur nicht in monetäre Werte umzurechnen sei, appellierte er an die Wirtschaft im aktuellen Handeln auch an die nachfolgenden Generationen zu denken, um eine enkeltaugliche Zukunft zu gewährleisten.

Die REMEI AG stellt sich den Herausforderungen einer ökologisch und sozial verträglichen textilen Wertschöpfungskette. Diane Gerth betonte die Wichtigkeit der nachhaltig gestaltete Supply Chain bei REMEI, angefangen beim Faseranbau bis zur Auslieferung der Fertigware an den Kunden, in der für jeden beteiligten Partner ein Mehrwert entstehen soll. Als Machbarkeitsvorbild wolle man zeigen, dass partnerschaftliches Denken auch im schnellen und oft über Preiskampf gesteuerten Modegeschäft möglich sei.

Geschäftsführer Werner Abbrederis von GIKO Verpackungen schilderte in humorvoller Weise und mit zahlreichen Beispielen, wie Nachhaltigkeit als KMU gelebt werden kann. Das Thema Nachhaltigkeit verändere seiner Meinung nach das Denken und ermögliche zudem auch, dass GIKO immer wieder positiv in die Schlagzeilen kommt. Umgesetzt ohne große CSR-Konzepte sondern mit handfesten Projekten, die sich logisch aus der Überzeugung ergeben, Ökologie und damit die Lebensgrundlage der Menschen letztendlich vor den Profit zu stellen.

Konsumgütererzeuger Henkel ist ebenfalls von der wirtschaftlichen Notwendigkeit und Bedeutung der Nachhaltigkeit am Markt überzeugt. Johann Seif berichtete über die Neuausrichtung der Henkel Supply Chain und das Bilden von kleineren, wendigeren und dadurch schnelleren Einheiten nahe am Markt. Diese Strategie führte zu massiven Veränderungen der Produktions- und Distributionsstrukturen und unterstützt den nachhaltigen Erfolg des Traditionsunternehmens. In der abschließenden Podiumsdiskussion prognostizierte Seif dementsprechend, dass die Zukunft nicht mehr Transporte bringe, sondern eher weniger. Speziell für Verlader bedeute dies, ihre Leistungen auf ein höheres Qualitätsniveau zu stellen und ökologisch-intelligente bzw. alternative Transportsysteme zu entwickeln.

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