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Mag. Michael Amann

Konjunkturumfrage 1. Quartal 2014: Vorarlberger Industrie im Aufwind

24. April 2014 | 11:21 Autor: WKV Vorarlberg

Feldkirch (A) In der heimischen Industrie wird laut aktueller Konjunkturumfrage die derzeitige Geschäftslage weitgehend positiv beurteilt. Alle Branchen sind zuversichtlich für die kommenden Monate. Der Beschäftigtenstand bleibt stabil, allerdings ist der Preisdruck weiterhin sehr groß.

„Die aktuell erfreuliche Entwicklung darf nicht dazu führen, dringend anstehende Reformen weiter zu verzögern. Auch der Staat muss seine „Hausaufgaben“ machen und effektiver werden“, fordert Mag. Michael Amann von der Industrie in der Wirtschaftskammer.

Die Einschätzungen der Vorarlberger Industrieunternehmen zur aktuellen Geschäftslage und die Aussichten für die kommenden Monate sind überwiegend erfreulich. „Diese gute Stimmung resultiert primär aus den guten Rückmeldungen der sich weiter im Aufwärtstrend befindlichen Maschinen- und Metallindustrie. Und das trotz des immer noch bestehenden enormen Preisdrucks“, erklärt Mag. Amann. „Der globale Wettbewerb für Unternehmen und auch Wirtschaftsstandorte wird immer härter. Um künftig bestehen zu können, benötigt die Vorarlberger Industrie attraktive Rahmenbedingungen am heimischen Standort.“
    
Der Geschäftsklimaindex – Mittelwert aus der aktuellen Geschäftslage und der Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten – hat sich im 1. Quartal dieses Jahres von 34,10 (4. Quartal 2013) auf 40,40 Prozentpunkte verbessert. Der Wert ist um 21 Prozentpunkte besser als im Vorjahr, aber immer noch knapp unter Vorkrisenniveau.

68 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage als gut. Erfreulicherweise spricht kein Unternehmen von einer derzeit schlechten Lage. Der Saldo aus gut und schlecht hat sich um 12 Prozentpunkte gesteigert. Ebenfalls positiv sind die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. 13 Prozent erwarten eine günstigere Geschäftslage in sechs Monaten. Für 87 Prozent wird sie in etwa gleich bleiben.

Eine Erhöhung der Anzahl ihrer Mitarbeiter in den nächsten drei Monaten planen 32 Prozent, 64 Prozent gehen von einem stabil bleibenden Mitarbeiterstand aus. Auftragsbestände und Auslandsaufträge haben sich ebenfalls auf einem guten Niveau mit einem Saldowert von jeweils +55 Prozentpunkte eingependelt.

Als gut beurteilen 46 Prozent die derzeitige Ertragssituation, für 9 Prozent ist sie aktuell schlecht. In sechs Monaten rechnet aktuell niemand mit einer schlechteren Ertragslage.

Deutlich zu spüren bekommen die Vorarlberger Unternehmen den enormen Druck bei den Verkaufspreisen. Etwa ein Drittel (32 Prozent) der befragten Unternehmen aus allen Branchen rechnet mit fallenden Verkaufspreisen in den nächsten drei Monaten!

41 Unternehmen mit insgesamt 18.632 Beschäftigten haben sich an der Konjunkturumfrage (1. Quartal 2014 ) der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg und der Industriellenvereinigung Vorarlberg beteiligt.

„Die aktuelle Entwicklung ist erfreulich, dennoch müssen aus unserer Sicht gerade jetzt die wiederholt geforderten Strukturreformen in den Bereichen Verwaltung, Bildung und Pensionen nachhaltig und konsequent umgesetzt werden, um Handlungsspielraum für die Wirtschaftspolitik zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu verbessern und auszubauen. Fakt ist: Unsere Steuer- und Abgabenquote zählt zu den höchsten in der EU. Eine weitere Anhebung wirkt wachstumshemmend. Stattdessen müssen die Reformen von Investitionen in die Zukunftsbereiche Bildung, Forschung und Entwicklung sowie Innovation begleitet werden“, betont Mag. Michael Amann.

Branchenergebnisse

•    In der Maschinen- und Metallindustrie verbessert sich die Geschäftslage weiter. Hier ist aber der Preisdruck am größten. 60 Prozent der befragten Unternehmen erwarten fallende Verkaufspreise in den nächsten drei Monaten. Aktuell sprechen 86 Prozent von einer guten Geschäftslage. 57 Prozent der befragten Unternehmen planen den Personalstand zu erhöhen.

•    In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist die Lage großteils stabil. 43 Prozent der Befragten sprechen von einer guten, 57 Prozent von einer gleichbleibenden Geschäftslage. Die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet mit einer günstigeren Geschäftslage in sechs Monaten. Aufgrund des großen Preisdrucks, vor allem bei verschiedenen Rohstoffen, wird die aktuelle Ertragssituation von 93 Prozent als durchschnittlich, von 7 Prozent aber als schlecht bewertet.

•    Erfreuliche Signale kommen aus der Textilindustrie. 42 % der befragten Unternehmen sprechen von einer aktuell guten Geschäftslage, 58 % von einer durchschnittlichen, aber kein Unternehmen von einer schlechten Geschäftslage. Dazu trägt der derzeit gute Bestand an Auslandsaufträgen bei. 42 % bewerten die derzeitige Exportaktivität als gut, 43 % als durchschnittlich. Stabil bleibt die Situation beim Beschäftigtenstand.

•    Klar im Aufwind befindet sich die Elektro-/Elektronikindustrie. 83 % der befragten Unternehmen sprechen von einer derzeit guten Geschäftslage, kein Unternehmen bezeichnet sie als schlecht. Besser als im Vorquartal ist auch die Bewertung hinsichtlich  Auftragsbestand (Saldo + 23 Prozentpunkte) und Auslandsaufträgen (Saldo + 26 Prozentpunkte). Der Preisdruck bleibt aber weiter sehr hoch, was sich auf die erwartete Geschäftslage im Vergleich zum Vorquartal negativ auswirkt.

Zur Umfragemethode: Bei der Konjunkturumfrage werden den Unternehmen – ähnlich wie beim deutschen IFO-Konjunkturklimaindex – drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral, negativ. Aus den Antworten werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien errechnet. Unter Vernachlässigung der neutralen Antworten wird aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten der konjunktursensible „Saldo“ gebildet.

  • Geschäftsklimaindex
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