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Halbjahresbericht (Mai – Oktober 2011) der Zumtobel AG

06. Dezember 2011 | 08:49 Autor: Zumtobel AG Vorarlberg

Dornbirn (A) Zumtobel Gruppe hält trotz Eurokrise an globaler Wachstumsstrategie fest

- Konzernumsatz steigt im ersten Halbjahr um 8,4% auf 666,8 Mio EUR
- Umsatz mit LED-Produkten weiterhin äußerst dynamisch (plus 96,6%)
- Bereinigtes EBIT mit 43,6 Mio EUR um 10,1% unter Vorjahr, EBIT-Marge: 6,5%
- Periodenergebnis mit 34,3 Mio EUR um 13,5% unter Vorjahr
- Finanzielle Flexibilität dank frühzeitiger Refinanzierung des Konsortialkredits gesichert
- Belegschaft stagniert bei 7.849 Vollzeitkräften
- Ausblick für Gesamtjahr 2011/12: Fortgesetzte Zukunftsinvestitionen trotz verschlechterter Geschäftsaussichten

Die Nachfrage nach energieeffizienten Lichtlösungen sowie das große Potenzial der LED-Technologie sind und bleiben die wesentlichen Wachstumstreiber der
professionellen Beleuchtungsindustrie. Vor diesem Hintergrund konnte die Zumtobel Gruppe trotz eines aufgrund der aktuellen Eurokrise deutlich  unsichereren wirtschaftlichen Umfelds in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 (Mai bis Oktober) ein Wachstum von 8,4% ausweisen.

Der Konzernumsatz erreichte nach dem ersten Halbjahr 666,8 Mio EUR (Vorjahreszeitraum / VJ: 615,4 Mio EUR). Vor allem im Lighting Segment  (Zumtobel / Thorn) in Europa zeigten sich erste Erfolge bei der Umsetzung der im April 2011 präsentierten Wachstumsstrategie. Der Segmentumsatz stieg in den ersten sechs Monaten um 11,0% auf 488,8 Mio EUR (VJ: 440,3 Mio EUR). Im Vergleich dazu entwickelte sich das margenstärkere Components Segment (Tridonic / Ledon) deutlich schwächer. Im Berichtszeitraum konnte nur ein leichtes Umsatzwachstum von 1,8% auf 218,5 Mio EUR (VJ: 214,7 Mio EUR) erreicht werden. Weiterhin sehr erfreulich entwickelte sich der Umsatz mit LED-Produkten, der mit 82,2 Mio EUR annähernd verdoppelt werden konnte (+ 96,6%; VJ: 41,8 Mio EUR).

„Das erste Halbjahr 2011/12 brachte uns sprichwörtlich Licht und Schatten. Während die Entwicklung im Components Segment klar unter unseren Erwartungen lag, konnten wir uns im Lighting Segment erneut deutlich von der generell schwachen Entwicklung des gewerblichen Hochbaus abheben. Mit Zumtobel und Thorn profitieren wir klar von den langfristigen Wachstumstreibern Energieeffizienz und LED. Aus diesem Grund hat für uns – trotz des schwierigen Konjunkturumfelds – die konsequente Umsetzung unserer globalen Wachstumsstrategie oberste Priorität. Wir werden weiterhin signifikant in die Entwicklung innovativer Produkte und den Ausbau unseres Vertriebsnetzwerks investieren. Die dafür notwendige finanzielle Flexibilität haben wir durch den im November refinanzierten Konsortialkredit langfristig abgesichert“, so die Halbjahres-Bilanz von CEO Harald Sommerer.

Wachstumsinvestitionen und schwaches Komponentengeschäft belasten Ergebnis.
Das bereinigte operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag zum ersten Halbjahr 2011/12 mit 43,6 Mio EUR um 10,1% unter dem Vorjahresniveau (VJ: 48,5 Mio EUR). Die bereinigte EBIT-Marge ging von 7,9% im Vorjahr auf nun 6,5% zurück. Dieser Rückgang ist zum einen auf die geplanten Wachstumsinvestitionen in Forschung & Entwicklung und Vertrieb zurückzuführen, zum anderen wurde die Ertragskraft durch das schwache Components Segment, insbesondere durch die Unterauslastung der neu ausgebauten Produktionskapazitäten, das rückläufige Geschäft mit margenstarken, elektronischen Vorschaltgeräten sowie steigenden Preisdruck deutlich belastet. Die gegenüber dem Vorjahr verbesserte Profitabilität im margenschwächeren Lighting Segment konnte den deutlichen Ergebnisrückgang im Components Segment nicht kompensieren. Das Periodenergebnis sank von 39,6 Mio EUR im Vorjahr auf 34,3 Mio EUR (-13,5%). Damit ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von 0,79 EUR (Vorjahr 0,92 EUR).

Regional gemischte Entwicklung – D/A/CH-Region wächst mit 17,8% am stärksten.
Die Entwicklung in den einzelnen Regionen verlief im ersten Halbjahr gemischt, der Aufwärtstrend der letzten Quartale hat sich insgesamt aber fortgesetzt. Regionaler Wachstumsmotor war erneut die D/A/CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), die in den ersten sechs Monaten ein Umsatzplus von 17,8% verzeichnete. Osteuropa konnte nach einem eher verhaltenen ersten Quartal deutlich zulegen und so über das erste Halbjahr ein Wachstum von 15,0% ausweisen. Die Nachfrage in Nordeuropa war mit plus 3,6% nach wie vor moderat. Die Region Westeuropa wuchs um 6,4%, deutlich unterstützt durch die Entwicklung im Lighting Segment, während die Nachfrage im Components Segment v.a. in Großbritannien rückläufig war. In Südeuropa wurde durch ein stark rückläufiges Komponentengeschäft ein Umsatzrückgang von minus 4,6% ausgewiesen. In der Region Asien & Mittlerer Osten stieg der Umsatz um 7,7%. Die Region Amerika erreichte trotz einem nach wie vor schwachen  Branchenumfeld ein Wachstum von 4,5%. Auch die Region Australien & Neuseeland verzeichnete ein Wachstum von 5,4%, allerdings unterstützt durch positive Währungseffekte.

Free Cashflow leicht unter Vorjahr - weiterhin solide Bilanzstruktur
Im Vergleich zum Vorjahresstichtag erhöhte sich der Working Capital Bestand auf 279,8 Mio EUR (VJ: 231,4 Mio EUR). Ursachen dafür liegen im gestiegenen Geschäftsvolumen im Lighting Segment sowie höheren Vorratsbeständen im Components Segment, die angesichts der schwachen Nachfrageentwicklung nicht im erforderlichen Maß abgebaut werden konnten. Im Rahmen der Wachstumsstrategie fand zudem eine höhere Investitionstätigkeit statt (25,9 Mio EUR vs. 22,3 Mio EUR im VJ). Beide Faktoren führten zu einem negativen Free Cashflow, der mit minus 21,6 Mio EUR leicht unter dem Vorjahreswert von minus 19,6 Mio EUR lag. Mit einer Eigenkapitalquote von 37,2% (Bilanzstichtag: 37,1%) und einem Verschuldungsgrad von 47,5% (Bilanzstichtag: 37,3%) weist die Zumtobel Gruppe eine solide Bilanzstruktur auf.

Belegschaft stagniert bei 7.849 Vollzeitkräften
Zum Halbjahresstichtag (31. Oktober 2011) beschäftigte die Zumtobel Gruppe 7.849 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitkräfte inklusive Leiharbeiter, ohne Lehrlinge). Dies entspricht im Vergleich zum Bilanzstichtag am 30. April 2011 einem leichten Anstieg von 0,4%. In diesem Zeitraum hat ein erheblicher Personalaufbau vor allem im Vertrieb und im Bereich Forschung & Entwicklung stattgefunden. Allein im Vertrieb wurden in den letzten zwölf Monaten 112 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Vergleicht man den Personalstand mit dem Wert zum Stichtag des ersten Quartals (31. Juli 2011 / 7.887 Vollzeitkräfte) ist jedoch ein Abbau von 38 Vollzeitkräften festzustellen, der v.a. auf Kapazitätsanpassungen im Components Segment zurückzuführen ist. Dieser Trend wird sich voraussichtlich im dritten Quartal fortsetzen, nachdem ein Magnetikwerk in Malaysien zum Ende des Kalenderjahres geschlossen wird. Von dieser Maßnahme sind 44 Mitarbeiter betroffen.

Ausblick: Fortgesetzte Zukunftsinvestitionen trotz verschlechterter Geschäftsaussichten
Im Verlauf des vergangenen Quartals haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zunehmend verschlechtert. Zwar sieht der Vorstand der Zumtobel AG im Lighting Segment weiterhin eine gute Geschäftsaktivität, im Components Segment hingegen wird aus heutiger Sicht nicht mehr erwartet, dass die notwendige Wachstumsdynamik in den kommenden sechs Monaten wieder aufgenommen wird. Vor diesem Hintergrund kann die bisherige Guidance für das Geschäftsjahr 2011/12, welche ein Konzernumsatzwachstum von plus ca. 10% und eine bereinigte EBIT-Marge von leicht über 6,4% vorsah, nicht mehr bestätigt werden. Der Vorstand erwartet, vor allem belastet durch das Components Segment, ein Umsatzwachstum von deutlich unter 10% und einen Rückgang der EBIT-Marge gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund der makroökonomischen Entwicklungen und der damit verbundenen Unsicherheiten in der Absatz- und Auslastungssituation kann der Vorstand derzeit aber keine genaue Aussage zur erwarteten EBIT-Marge für das Gesamtgeschäftsjahr machen. Trotz der verschlechterten Geschäftsaussichten wird das Management weiterhin in die Umsetzung der globalen Wachstumsstrategie investieren.

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