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v.l.: Hans-Peter Metzler (WKV-Spartenobmann Tourismus), Harald Furtner (WKV-Spartengeschäftsführer Tourismus), Andrew Nussbaumer (WKV-Fachgruppenobmann Gastronomie), Hotelier Joschi Walch aus Lech und Elmar Herburger (WKV-Fachgruppenobmann Hotellerie).

Die Tourismusbranche wehrt sich gegen Belastungen durch Steuerreform 2015

26. März 2015 | 09:01 Autor: Wirtschaftskammer Vorarlberg Startseite, Vorarlberg

Dornbirn/Feldkirch (A) Die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) und deren Mitglieder wehren sich mit einer Offensive gegen die geplanten Belastungen durch die Steuerreform 2015.

Im Rahmen der Pressekonferenz am Mittwoch, den 25. März 2015, nahmen Spartenobmann Hans-Peter Metzler, Spartengeschäftsführer Harald Furtner und die Fachgruppenobmänner der Gastronomie und Hotellerie Andrew Nussbaumer und Elmar Herburger sowie Hotelier Joschi Walch aus Lech zu den Auswirkungen auf die Tourismusbranche Stellung. Der Konsens: Die Resignation und Demotivation bei den Unternehmerfamilien im Tourismus ist groß – dennoch unterstützen sie die Offensive gegen das Belastungspaket mit voller Kraft.
Die Vertreter der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft wehrten sich gegen die geplanten Belastungen durch die Steuerreform 2015 und nahmen zu den Reformen Stellung. Darüber hinaus präsentierten sie weitere Maßnahmen und Schritte und unterstrichen dadurch die Folgen und Auswirkungen auf die Branche. „Die Steuerreform in dieser Form trifft die Tourismusbranche hart. Die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von 10 auf 13 Prozent, die Verlängerung der ohnehin schon absurden und realitätsfremden Abschreibungsdauer von 33 auf 40 Jahre sowie die Änderungen im Rahmen der Grunderwerbsteuer haben massive volkswirtschaftliche Auswirkungen“, zählt Spartenobmann Hans-Peter Metzler die geplanten Reformen auf und ergänzt: „Das wollen und können wir nicht so auf uns sitzen lassen. Mit unserer Offensive gegen das Belastungspaket setzen wir ein deutliches Zeichen in Richtung Politik. Wir wollen die langfristigen Auswirkungen, Gefahren und Probleme aufzeigen und alle betroffenen Tourismus- und Gastronomiebetriebe zur Unterstützung aufrufen.“

Wettbewerbsfähigkeit sinkt
Österreich baut auf, Deutschland baut ab. Die dortige Mehrwertsteuersenkung auf 7 % brachte Milliardeninvestitionen und 70.000 neue Jobs in die deutsche Tourismuswirtschaft. Mit einer Anhebung von 10 % auf 13 % wird der Mehrwertsteuersatz für die heimischen Beherbergungsbetriebe fast doppelt so hoch wie in Deutschland, in der Schweiz beträgt er gar nur 3,8 %. In 22 von 28 EU-Staaten ist die Mehrwertsteuer für Beherbergung niedriger als bei uns.

Steuer(belastungs)reform konterkariert die Ziele der „Tourismusstrategie 2020"
Die Tourismusstrategie 2020 hat das große Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismuslandes Vorarlberg und die hohe Qualität und Vielfalt des touristischen Angebots langfristig zu sichern. „Unsere Tourismus- und Gastronomiebetriebe sind bereit viel Geld zu investieren, um in Sachen Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit die angestrebte Spitzenposition im Vergleich zu anderen Tourismusdestinationen zu erreichen. Wir ziehen alle an einem Strang, wollen dasselbe und rufen verschiedenste Projekte ins Leben, die uns unserem Ziel näher bringen.“ Und nun diese Steuerreform, die alle Bemühungen ad absurdum führen. Nach der Kennzeichnungspflicht der Allergene und der endlosen Raucherdebatte der nächste Schlag.Es ist nur verständlich, dass die Demotivation und Resignation in der Branche groß ist – es ist einfach zu viel auf uns hereingeprasselt in der letzten Zeit“, erklärt Hotelier Elmar Herburger und führt weiter an: „Trotzdem oder besser gerade deshalb bäumen wir uns nochmals auf und rufen unsere Mitgliedsbetriebe zur Unterstützung und zur Unterzeichnung unserer Forderungen auf."

Auswirkungen für Unternehmerfamilien, Mitarbeiter und die Vorarlberger Bevölkerung
Die Steuerreform 2015 belastet nicht nur die Tourismusbranche, sondern hat auch direkte und spürbare Auswirkungen und Konsequenzen für die Vorarlberger Bevölkerung. „Die Hotellerie und Gastronomie sind Hauptabnehmer regionaler Produkte, sie tragen durch ihre Investitionen wesentlich zur Wertschöpfung in der Baubranche sowie im Handwerk und Gewerbe bei. Die Nebenausgaben der Gäste befruchten die gesamte Freizeitwirtschaft und den Handel. Der Tourismus trägt damit direkt und indirekt zur Wertschöpfung im Land bei und sichert Arbeitsplätze in allen Branchen. Mitarbeiter können die Forderungen der Tourismuswirtschaft ebenso unterstützen wie die Unternehmerfamilien selbst und dadurch ein deutliches Zeichen gegen die geplanten Belastungen der Branche im Rahmen der Steuerreform 2015 setzen.

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