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Markus Salzgeber, Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister, Wirtschaftskammer Vorarlberg

Die Nachfrage nach Gold hält weiterhin an

02. September 2010 | 09:32 Autor: wiko Vorarlberg
Das Edelmetall erlebt derzeit einen Höhenflug – Gold bietet vielfältige Anlagemöglichkeiten mit unterschiedlichen Chancen aber auch Risiken.

Die Banken- und Finanzkrise hat die Nachfrage nach Gold in den letzten Jahren stark steigen lassen. Laut Angaben des World Gold Council (WGC) hat sich der Absatz allein im zweiten Quartal 2010 um 36 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erhöht. Mit annähernd 1.240 US-Dollar notiert der Goldpreis derzeit bereits über dem Rekordniveau von 1980 – bei seinem letzten Tiefpunkt im Jahr 1999 war die Feinunze Gold hingegen lediglich 252 US-Dollar wert.

Krisen- und Inflationsängste als Auslöser des Goldbooms
Zweifel, ob die Finanzkrise tatsächlich ausgestanden ist, und die zunehmende Angst vor einer drohenden Geldentwertung halten die Nachfrage nach Gold stabil. Vielfach besteht die Befürchtung, dass die Staaten ihre hohen Schulden durch Erhöhung der Geldmengen „weginflationieren“ könnten. Denn Gold hingegen wird als einziges Zahlungsmittel weltweit anerkannt. Ein Grund für das seit Jahrhunderten ungebrochene Vertrauen in das Edelmetall – insbesondere in Krisenzeiten, in denen vermehrt Rohstoffe (Gold, Silber, Platin etc.) oder Immobilien nachgefragt werden. Rekordtiefe Sparbuch- und Tageszinsen lassen viele Investoren zudem nach Alternativen suchen. Die meisten Anleger, die in Gold eine Wertanlage sehen, erwerben vor allem Goldmünzen, Goldbarren, Wertpapiersparpläne, Goldminenaktien oder Goldaktienfonds. Markus Salzgeber, Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister in der Vorarlberger Wirtschaftskammer, rät Interessierten, sich vor einem Kauf unbedingt ausführlich beraten zu lassen. Nicht zuletzt deshalb, weil die unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten in Gold unterschiedliche Risiken, aber auch Chancen aufweisen und nicht für jede Anlagedauer geeignet sind.

Gold unterliegt wie alle Anlagen Schwankungen
„Ein Vergleich zwischen der Entwicklung des Deutschen Aktienindex DAX und dem Goldpreis von Oktober 1989 bis heute zeigt deutlich, dass eine Investition in Aktien zwar lohnender gewesen wäre“, erläutert Salzgeber. Dennoch schneide das Edelmetall im langfristigen Vergleich besser ab als die meisten anderen Anlageformen wie beispielsweise Immobilien oder Anleihen.

Ob der Goldpreis noch weiter steigen wird, wie einige Finanzexperten glauben, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Nicht nur weiterhin ausufernde Staatsschulden, zunehmende Inflationsängste und eine neuerliche Banken- und Finanzkrise könnten den Preis in den nächsten Jahren weiter in die Höhe treiben. Auch die Nachfrage in der Schmuckindustrie, in der Elektronik- und der Optikindustrie sowie neue Goldkunden aus den aufstrebenden Schwellenländern beeinflussen den Goldpreis. Gegenbewegungen ergeben sich beispielsweise auch aus den Verkäufen der Notenbanken. Salzgeber: „Die technische Analyse zeigt uns noch immer ein mögliches Kursziel zwischen 1.350 – 1.500 US-Dollar. Dies ist aber reine Spekulation“. Denn eine große Korrektur des Goldpreises könnte dann einsetzen, wenn sich die Wirtschafts- und Finanzlage stabiler zeigt, als vielfach angenommen. 

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