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CEO Harald Sommerer

Bilanzergebnis 2011/12 der Zumtobel AG: Erfreuliches Wachstum bei Leuchten, aber Rückgang im Komponentengeschäft

27. Juni 2012 | 08:42 Autor: Zumtobel Vorarlberg

Dornbirn (A) Der Technologiewandel hin zu LED hat die Entwicklung der Zumtobel Group im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 stark geprägt. Dieser umfassende Transformationsprozess birgt für den österreichischen Lichtkonzern einerseits wichtige Wachstumsimpulse, erfordert aber auch deutlich höhere Investitionen als bisher in der Lichtbranche üblich sowie umfassende strukturelle Veränderungen. Der Konzernumsatz erreichte im Berichtsjahr 1.280,3 Mio EUR. Dies entspricht einem Wachstum von 4,2%, wobei sich im Quartalsverlauf eine stetige Verlangsamung der Wachstumsdynamik zeigte.

Segmente: Leuchten +9,2%, Komponenten -6,7%
Betrachtet nach Segmenten und Regionen verlief die Entwicklung sehr unterschiedlich. Im Leuchtengeschäft (Zumtobel / Thorn) verzeichnete das Unternehmen ein erfreuliches Umsatzwachstum von 9,2% auf 949,2 Mio EUR (VJ: 869,0 Mio EUR). Die Marke Zumtobel konnte in Europa wie geplant dynamisch wachsen und auch bei Thorn zeigten die eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung von Profitabilität und Wachstum positive Effekte.

Enttäuschend hat sich hingegen das Komponentengeschäft (Tridonic / Ledon) entwickelt. Nach einer signifikanten Umsatzsteigerung von 19,3% im Vorjahr sank der Umsatz im Berichtsjahr um 6,7% auf 408,1 Mio EUR (VJ: 437,3 Mio EUR). Neben einem herausfordernden Marktumfeld sorgte vor allem eine temporäre Schwäche im Produktportfolio für diesen Rückgang. Sogar besser als erwartet entwickelte sich in der Gruppe im Berichtsjahr der Umsatz mit LED-Produkten, der binnen Jahresfrist um 82,6% auf 183,2 Mio EUR anstieg (VJ: 100,3 Mio EUR). Der LED-Anteil am Konzernumsatz liegt damit bei 14,3% (VJ: 8,2%).

„Wir sind mit hohen Erwartungen in dieses Geschäftsjahr gestartet und mit der tatsächlichen Entwicklung natürlich nicht zufrieden. Das dynamische Wachstum unseres LED-Geschäfts bestätigt zwar unsere Grundannahme, dass wir durch den Technologiewandel und das Thema Energieeffizienz deutlichen Rückenwind für unser Geschäft bekommen. Gleichzeitig stellte der Technologiewandel für uns aber auch eine große Herausforderung dar: Im Komponentengeschäft müssen wir schneller als erwartet unsere Strukturen anpassen und parallel in konventionelle wie in LED-Produkte investieren. Hier haben wir in den letzten Monaten gute Fortschritte gemacht. Im Leuchtengeschäft sind wir mit einem innovativen Produktportfolio zwar hervorragend aufgestellt, allerdings verdienen wir angesichts der noch hohen Preise für LED-Chips noch nicht die notwendigen Margen“, so die gemischte Bilanz von CEO Harald Sommerer für das Geschäftsjahr 2011/12.

Regionen: Europa + 5,3%, außereuropäisches Geschäft verläuft enttäuschend
Die Entwicklung in den einzelnen Regionen im Geschäftsjahr 2011/12 verlief sehr unterschiedlich. Während das Komponentengeschäft in fast allen Regionen deutliche Umsatzrückgänge verzeichnete, konnte das Leuchtengeschäft die solide positive Umsatzentwicklung in Europa fortsetzen. Im Berichtsjahr stieg der Konzernumsatz in Europa um insgesamt 5,3% auf 995,9 Mio EUR (Vorjahr 945,4 Mio EUR). In den Regionen außerhalb von Europa war die Umsatzentwicklung zum Großteil enttäuschend. Sowohl in Asien (inkl. Mittlerer Osten) als auch in den USA stieg der Umsatz lediglich um 1,0% gegenüber dem Vorjahr. In beiden Regionen wurden von einem neuen Management sowohl auf Produkt- als auch auf Prozess¬ebene erhebliche Anstrengungen eingeleitet, um die notwendige Basis für zukünftiges Wachstum zu stärken. Die Region Australien & Neuseeland verzeichnete ein geringes Wachstum von 1,5%.

Zukunftsinvestitionen und schwaches Komponentengeschäft belasten das Ergebnis
Angesichts des Technologiewandels haben sich die Ausgaben für Forschung & Entwicklung innerhalb von fünf Jahren auf nun 69,8 Mio EUR annähernd verdoppelt. Ein Großteil davon wurde im Berichtsjahr für Innovationen im LED-Bereich aufgewendet. Ergänzend dazu wurde gezielt in den Ausbau der Vertriebsaktivitäten investiert, um eine Basis für globales Wachstum zu schaffen. Dies führte zu einem deutlichen Anstieg der Fixkosten. Diese Zukunftsinvestitionen – gepaart mit dem schwachen Komponentengeschäft – haben die Ertragskraft der Zumtobel Gruppe im Berichtsjahr stark belastet. So ging das bereinigte EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) um 55,9% auf 34,6 Mio EUR (VJ: 78,4 Mio EUR) zurück. Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 2,7% (VJ: 6,4%). Das Jahresergebnis sank von 51,3 Mio EUR im Vorjahr auf nun 16,0 Mio EUR. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,37 EUR (VJ: 1,19 EUR).

Dividendenempfehlung von 0,20 EUR pro Aktie
Der rückläufigen Ergebnisentwicklung entsprechend schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 27. Juli 2012 die Ausschüttung einer Dividende von 0,20 EUR pro Aktie vor (VJ: 0,50 EUR).

Mitarbeiterstand: Aufbau in Vertrieb und F&E, in Summe aber rückläufig
Zum Bilanzstichtag 30. April 2012 beschäftigte die Zumtobel Gruppe weltweit 7.456 Vollzeitkräfte inklusive Leiharbeiter (ohne Lehrlinge). Entsprechend der globalen Wachstumsstrategie wurden im Berichtsjahr sowohl im Vertrieb wie auch im Bereich Forschung & Entwicklung 69 bzw. 62 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgebaut. Aufgrund der schwierigen Lage im Komponentengeschäft kam es v.a. in der Produktion zu einer Anpassung der Personalkapazitäten.

In Summe ist der Personalstand um 359 Mitarbeiter zurückgegangen. Dem entsprechend sank der Personalstand auch in Österreich von 2.400 Vollzeitkräften im Vorjahr auf nun 2.362 Beschäftigte. Die Mitarbeiterzahlen am Konzernsitz in Vorarlberg blieben mit 1.834 Vollzeitkräften trotz des Abbaus von Leiharbeitern im Komponentensegment stabil (VJ: 1.841). Die betriebliche Lehrausbildung hat weiterhin einen hohen Stellenwert in der Zumtobel Gruppe. Die Anzahl der Lehrlinge stieg erneut im Vergleich zum Vorjahr von 150 auf nun 158.

Deutliche Verbesserung beim Free Cashflow – weiterhin solide Bilanzstruktur
Der Working Capital Bestand lag zum Bilanzstichtag trotz des gestiegenen Geschäftsvolumens auf dem Niveau der Vorjahres. Durch konsequentes Bestandsmanagement konnten die unterjährig hohen Vorratsbestände stetig reduziert werden. Aufgrund der positiven Entwicklung beim Working Capital erhöhte sich der Free Cashflow im Berichtsjahr um 17,4 Mio EUR auf nun 22,3 Mio EUR. Mit einer Eigenkapitalquote von 35,8% (VJ: 37,1%) und einem Verschuldungsgrad – als Quotient von Nettoverbindlichkeiten zum Eigenkapital – von 38,2% (VJ: 37,3%) weist die Zumtobel Gruppe weiterhin eine solide Bilanzstruktur auf.
 
Ausblick für 2012/13 mit großer Unsicherheit behaftet, Anpassung der Mittelfristziele
Zusätzlich zu den strategischen Herausforderungen und der unsicheren konjunkturellen Entwicklung, insbesondere in Europa, erschweren mögliche staatliche Sparprogramme konkrete Prognosen. Für das Geschäftsjahr 2012/13 geht der Vorstand aus heutiger Sicht aber von einer Verbesserung beim Umsatz und der bereinigten EBIT-Marge aus. Mit Blick auf die kommenden Jahre bestätigt der Vorstand die Grundannahme, dass die LED-Technologie, das Thema Energieeffizienz und zusätzliche globale Marktchancen gute Wachstumsimpulse für die Lichtindustrie bieten.

Aufgrund der zunehmend negativen Konjunkturaussichten scheinen aber die bisherigen Wachstumsannahmen für die professionelle Lichtindustrie derzeit nicht mehr haltbar. Vor diesem Hintergrund nimmt der Vorstand seine mittelfristige Umsatzprognose (durchschnittliches Umsatzplus von 10% pro Jahr) für die kommenden Jahre zurück und passt sie dem konjunkturellen Rahmen an. Mit Blick auf die Ergebnisentwicklung ist der Vorstand nach wie vor überzeugt, dass die Zumtobel Gruppe das Potential hat, unter stabilen konjunkturellen Bedingungen die bereinigte EBIT-Marge auf ein Niveau von über 10% zu steigern.

„Wir wollen keine Stop-and-Go-Politik machen und halten grundsätzlich an unserer globalen Wachstumsstrategie fest. Wir müssen aber auch die Realität des konjunkturellen Umfelds zur Kenntnis nehmen und unsere Aktivitäten gezielt an das Marktumfeld anpassen. Im nun laufenden Geschäftsjahr wird es vor allem darum gehen, in einem schwierigen Marktumfeld die hohen Zukunftsinvestitionen durch Wachstum und Ergebnisverbesserungen zu rechtfertigen,“ so Harald Sommerer.

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