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(Foto: I-vista / pixelio.de)

Start des Projektes "Bildungsmonitoring für Oberösterreich"

03. Februar 2016 | 13:15 Autor: Land Oberösterreich Österreich, Oberösterreich

Linz (A) Einer der wesentlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort und somit für einen entspannten Arbeitsmarkt, ist die Bildung und Ausbildung der oberösterreichischen Bevölkerung. Ziel muss es daher sein, dass sich die Qualifikationsanforderungen der Wirtschaft an künftig benötigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Bildungsabschlüssen der Jugendlichen bestmöglich decken. Daher hat LH-Stv. Mag. Thomas Stelzer das Projekt „Bildungsmonitoring“ ins Leben gerufen - ein Werkzeug zur Steuerung und Beobachtung von Bildungsangeboten im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und Mitarbeiterbedarf seitens der Wirtschaft.

„Wir wollen das Bildungsangebot in Oberösterreich an die künftigen Erfordernisse des Arbeitsmarktes annähern. Wenn die Ausbildungen mit der potentiellen Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen besser übereinstimmen, schafft das eine Win-Win-Situation: Weniger Arbeitslose und mehr qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Wirtschaft “, betont LH-Stv. Stelzer.

Als ersten Schritt sind Informationen über die aktuelle und künftige Dynamik des oberösterreichischen Bildungssystems notwendig. Um die Abschlussquoten in den benötigten Ausbildungsbereichen und Ausbildungsstufen zu erhöhen und die Zahl der Bildungsabbrüche zu verringern, sind in weiterer Folge gezielte Informationen und Förderungen geplant.

Was ist Bildungsmonitoring?

Bildungsmonitoring ist eine laufende quantitative Abbildung, Analyse und Prognose der oberösterreichischen Bildungslandschaft. Die Erarbeitung einer qualitativen Soll-Vorgabe, also etwa die Erarbeitung von Bildungszielen, ist nicht Hauptanliegen dieses Instrumentes. Es wird auch nicht die Qualität der Bildungsergebnisse analysiert, sondern es werden vielmehr die rein quantitativen Aspekte des formalen Bildungssystems im Zeitverlauf betrachtet.

Folgende drei Themenkomplexe werden laufend bearbeitet:

  • Analyse der Bildungskarrieren und Abbruchquoten in den  Sekundarstufen I und II
  • Prognose der zu erwartenden Zahl an Bildungsabschlüssen nach Schultypen
  • Analyse der Arbeitsortwahl von oö. Studienabsolvent/innen (Brain Drain)

Analyse von Bildungskarrieren und Abbruchquoten
Wesentlich zur Verbesserung und Optimierung der quantitativen Bildungsergebnisse ist die detaillierte Kenntnis der unterschiedlichen Bildungsverläufe und der Bildungsabbrüche. Ein Bildungsverlauf definiert sich als zeitliche Folge von besuchten Bildungseinrichtungen bis hin zum endgültigen Ausbildungsende im formalen Bildungssystem. Dieses kann vom Bildungsabbruch bis zum Abschluss eines Universitätsstudiums reichen.

Ermöglicht wird solch eine detaillierte Betrachtung durch Analyse des Verhaltens von Schülerkohorten, welche erstmals seit dem Schuljahr 2006/2007 zur Verfügung stehen. Die jährliche Gegenüberstellung dieser Kohorten erlaubt es, die Dynamik im System der Sekundarstufe I und II zu erfassen.

Für das oö. Bildungsmonitoring ergeben sich damit folgende Fragestellungen, die Sekundarstufen I und II betreffend:

  • Welche Häufigkeiten haben einzelne Bildungskarrieren  - wie ändern sich diese im Zeitablauf?
  • Welchen Einfluss haben Faktoren wie Herkunftsland, Wohnort, Geschlecht, etc. auf die Verwirklichung eines bestimmten Bildungsverlaufs?
  • Gibt es regionale und schulstandortspezifische Unterschiede in den realisierten Bildungskarrieren?
  • Wann ist bei den 10- bis 19-Jährigen ein Bildungsabbruch am wahrscheinlichsten?
  • Wie beeinflussen Faktoren wie Herkunftsland, Wohnort, Geschlecht, Schultyp die Wahrscheinlichkeit eines Bildungsabbruchs?

Es ist geplant, die Analyse in regelmäßigen Abständen durchzuführen, um so eine Vorstellung über das zeitliche Verhalten des Systems Bildung zu erhalten.

Prognose der zu erwartenden Bildungsabschlüsse
Im Zentrum steht die Frage, wie hoch die künftige Zahl an Absolventinnen und Absolventen in den einzelnen Ausbildungsstufen und Fachrichtungen der Sekundarstufe II sein wird (Lehre, BMS, AHS, BHS) und wie viele der Maturantinnen und Maturanten ein Studium beginnen und dieses auch erfolgreich abschließen. Die zu erwartenden Abschlusszahlen werden sowohl von der demographischen Entwicklung der entsprechenden Altersgruppe beeinflusst, aber auch von den Ausbildungslaufbahnen, Bildungspräferenzen und Abbruchquoten.

Eine Gegenüberstellung des prognostizierten Bildungsangebots mit einer für die Zukunft erwarteten potentiellen Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen am oberösterreichischen Arbeitsmarkt zeigt mögliche Korrekturnotwendigkeiten im Bildungssystem unter dem Aspekt der Arbeitsmarktoptimierung.

Analyse der Arbeitsortwahl von oö. Studienabsolvent/innen    
Neben der Zahl der realisierten Bildungsabschlüsse der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher, ist für den oö. Arbeitsmarkt die tatsächliche verfügbare Anzahl von Personen mit entsprechender höherer Qualifikation von großer Bedeutung.

Viele oberösterreichische Maturantinnen und Maturanten absolvieren ihr Studium in einem anderen Bundesland. Wenn diese Personengruppe auch ihre Berufslaufbahn außerhalb von Oberösterreich startet und nicht mehr nach Oberösterreich zurückkehrt („Brain Drain“), dann verliert unser Bundesland damit ein hohes Potential an gut ausgebildeten Fachkräften. Die Frage, wie hoch dieses Potential  ist, soll das oö. Bildungsmonitoring klären.

Projektabwicklung und Projektzeitraum
Das Projekt „Bildungsmonitoring für Oberösterreich“ wird von der Abteilung Statistik und der Direktion Bildung des Amtes der Oö. Landesregierung gemeinsam durchgeführt. Zeithorizont zur Realisierung ist Juni 2016.

    Amt der Oberösterreichischen Landesregierung

    Landhausplatz 1, 4021 Linz, Österreich
    +43 732 7720-0

    Details


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