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v.l. Franz Gasselsberger, Christine Haberlander, Josef Penninger und Siegfried Meryn

Lebensstil und Medizin rücken dem Krebs zu Leibe beim Oberbank Gesundheits-Forum

17. April 2018 | 11:05 Autor: Oberbank Österreich, Oberösterreich

Linz (A) Zwei Kapazunder aus Forschung und Medizin machten beim Oberbank Gesundheits-Forum im Donau Forum den zahlreichen Gästen Mut beim Kampf gegen eine Geisel unserer Zeit. Generaldirektor Franz Gasselsberger ist die Brisanz des Phänomens Gesundheit bewusst: „Einerseits werden physische und psychische Erkrankungen häufiger, bewegen sich Kinder und Jugendliche zu wenig; wesentlich tragen dazu auch zu viel und falsches Essen und Übergewicht bei. Im Gegenzug setzt die Nahrungsmittelindustrie auf Bio-, Light- und Fitnessprodukte, der Breitensport – vor allem das Laufen – gewinnt immer mehr Freunde.“

Die Oberbank möchte mit dieser Eventreihe ihre Kundinnen und Kunden bei der Entwicklung eines gesunden Lebensstils unterstützen.

Landesrätin Christine Haberlander schlug in dieselbe Kerbe: Sie wisse um die Verantwortung der Politik, den Bürgerinnen und Bürgern dabei zu helfen, ihren hohen Wissensstand über Gesundheit in die Tat umzusetzen: „Vorsorgeuntersuchungen sind für die Früherkennung, etwa bei Brustkrebs, sehr wichtig. 430 „gesunde Gemeinden“ wiederum engagieren sich in Oberösterreich mit Seminaren und Vorträgen zu diesem Themenkreis. Vor allem in den Kindergärten ist verstärkt die Basis für richtiges Ernährungsverhalten zu legen.“

Mit der Gesundheit zockt man nicht
Internist und ORF-Gesundheitsexperte Siegfried Meryn zitiert anfangs Schopenhauer: „Das Schicksal mischt die Karten – und wir spielen. Die Karten sind unsere Gene, das Spiel bezieht sich auf unseren Lebensstil.“ Krebs als die zweithäufigste Todesursache betreffe jeden vierten Österreicher. Noch dramatischer: innerhalb der Familien seien 89 Prozent der Bevölkerung direkt oder indirekt mit diesem Leiden konfrontiert. Durch frühe Diagnosen wären 6000 Leben jährlich zu retten, nur 4 Prozent gehen aber zur Vorsorgeuntersuchung. Risikofaktoren wie Übergewicht und Rauchen – bei letzterem belegen heimische Frauen und Jugendliche international Spitzenplätze – kosten etliche Lebensjahre. Neben Enthaltsamkeit vom Glimmstängel bilden eine ausgewogene Ernährung, die keine zusätzliche synthetische Nahrungsergänzung benötige, moderater Alkoholkonsum, Bewegung und Entspannung die Säulen einer stabilen Gesundheit.

Immunsystem schaltet Krebszellen aus
Genetiker Josef Penninger ist einer der Feldherren im Kampf gegen den Krebs. „In den letzten 100 Jahren haben wir in unseren Breiten zwar 35 Lebensjahre gewonnen, aber durch das stark gestiegene Alter auch eine rasante Steigerung der Krebserkrankungen erfahren. Diese Entwicklung müssen wir stoppen!“, so der aktuell nach Kanada an die University of British Columbia berufene Forscher. Während mit Chirurgie, Strahlen- und Chemotherapie der Krebs direkt – leider oft mit beträchtlichen Nebenwirkungen – angegriffen werde, gelänge es mit moderner Immuntherapie, die Immunzellen zu aktivieren. Genauer gesagt, beseitige sie die Bremsen bei der Tilgung von Tumoren.

Allerdings sei es noch ein langer Weg, um den Krebs endgültig zu besiegen: So gäbe es etwa unzählige Tumorarten und jedes Gewebe habe ein eigenes Immunsystem. Weiters bereiten der Forschung auch schlafende Metastasen, die Jahre später wiedererwachen, noch einiges Kopfzerbrechen.
Am Ende des Events verbreitete Siegfried Meryn weiter Optimismus: So liege die Krebs-Überlebensrate in Österreich weltweit in den Top 5. Auch die Zukunftsmusik sei dank Digitalisierung schon zu hören: Ein einziger Tropfen Blut soll künftig bei Frühdiagnosen die gesamte genetische Information preisgeben

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