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Dr. Hubert Pupeter, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Gunskirchen lebt auch privat einen nachhaltigen Lebensstil, mit E-Bike, E-Auto und einer eigenen PV-Anlage auf dem Dach.

120 Jahre Raiffeisenbank Gunskirchen und fünf Jahre Umweltcenter

26. Juni 2018 | 11:24 Autor: Lunik2 Startseite, Oberösterreich

Gunskirchen (A) „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele.“ - Das Motto von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Sozialreformer und Gründer der genossenschaftlichen Bewegung, hat sich die Raiffeisenbank Gunskirchen besonders zu Herzen genommen: Seit 120 Jahren steht die Raiffeisenbank Gunskirchen als eigenständige Genossenschaftsbank für die vorausschauende Gemeinwohl-Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen in Oberösterreich. Mit der Gründung des Umweltcenters vor fünf Jahren wurde diese Idee weiterentwickelt und das traditionelle Bankgeschäft mit der Vision einer Umweltbank verknüpft – und das mit Erfolg:

Seit 2013, also seit der Gründung des Umweltcenters, verdoppelte sich die Bilanzsumme der Raiffeisenbank Gunskirchen von rund 200 Mio. Euro auf knapp 400 Mio. Euro.  „Die wichtigsten Gründe für diese hervorragende Entwicklung, und damit die Hauptwachstumstreiber, sind der Umweltbereich mit unserem Umweltcenter, das stabile Privatkundengeschäft und unser Fokus auf sichere Immobilienfinanzierungen. Ein weiterer wichtiger Punkt sind unsere engagierten Mitarbeiter, die die Werte von Raiffeisen wirklich leben und so maßgeblich an unserem nachhaltigen Erfolg beteiligt sind.“, bringt Dr. Hubert Pupeter, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Gunskirchen, im Rahmen eines Pressegesprächs in Linz die nachhaltige Erfolgsgeschichte auf den Punkt. „Unsere Entscheidung, auf Umweltthemen und nachhaltige Investitionen zu setzen, hat sich als absolut richtig erwiesen. Der Erfolg der letzten fünf Jahre bestärkt uns, diesen Weg weiter zu gehen und mit dem Umweltcenter weiter zu wachsen“, betont Pupeter.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2017
Auch das vergangene Geschäftsjahr wurde trotz schwieriger Rahmenbedingungen erfolgreich abgeschlossen: Die oberösterreichische Regionalbank mit Umweltschwerpunkt erreichte im Geschäftsjahr 2017 ein konsolidiertes Geschäftsvolumen von 761 Mio. Euro, das entspricht einem Wachstum von 79 Mio. Euro oder 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 443,2 Mio. Euro an Einlagen (plus 8,8 Prozent) stehen 318,3 Mio. Euro (plus 13,7 Prozent) an Ausleihungen gegenüber.

Die Bilanzsumme beträgt 388,5 Mio. Euro, das entspricht einer Steigerung um 45,4 Mio. Euro oder 13,2 Prozent. Das Eigenkapital konnte um 8,3 Prozent auf 41,7 Mio. Euro erhöht werden. „Die Raiffeisenbank Gunskirchen hat damit doppelt so viel Eigenkapital wie notwendig und ist für die Zukunft gut gerüstet“, so Pupeter. Rückstellungen, die Belastung der im vergangenen Jahr schlagend gewordenen Negativzinsen, sowie die Sonderaufwendungen für den Bankumbau der Bankstelle Offenhausen wirken sich dabei aber auch auf das EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) aus, das 2017 bei 2,5 Mio. Euro liegt. (2016: 2,7 Mio. Euro). „Im Vergleich zur gesamtösterreichischen Bankenlandschaft konnten wir sowohl bei Einlagen und Ausleihungen als auch bei der Bilanzsumme überdurchschnittlich zulegen. Die Bilanzsummen der österreichischen Banken sind im letzten Jahr sogar um zwei Prozent rückläufig gewesen“, erklärt Pupeter.

Knapp 30 Mio. Euro investiert
Das Umweltcenter der Raiffeisenbank Gunskirchen hat sich in den letzten fünf Jahren erfolgreich als die grüne Bank in Österreich etabliert. Das Umweltcenter investiert dabei ausschließlich in ökologische, soziale und nachhaltige Projekte und Unternehmen und konnte bereits zahlreiche Kunden aus ganz Österreich und sogar aus Deutschland überzeugen. Die vom Umweltcenter finanzierten Projekte reichen dabei vom gemeinschaftlichen öko-sozialen Wohnbau bis hin zu Photovoltaikanlagen und E-Auto-Finanzierungen. 30 Mio. Euro wurden bislang nachhaltig investiert, die Steigerungen wurden im Wesentlichen durch Photovoltaik-Finanzierungen erreicht. „Wir haben uns im Rahmen unserer Umweltgarantie dazu verpflichtet, jeden eingelegten Euro in Umweltprojekte zu investieren. Derzeit haben wir sogar mehr Einlagen im Umweltcenter, als wir in nachhaltige Projekte investieren können. Wir sind daher immer auf der Suche nach innovativen, ökologischen Projekten“, hebt Pupeter hervor.

Unsichere Gesetzeslage in Österreich bremst Investitionen
Auf der Suche nach nachhaltigen Projekten ist das Umweltcenter im vergangenen Jahr erstmals über die heimischen Grenzen hinaus bis nach Deutschland gedrungen. „Wir haben bereits einen zweistelligen Millionenbetrag in Photovoltaikanlagen nachhaltig investiert. Da es in  Österreich aber leider aktuell keine attraktiven Rahmenbedingungen für den Bau und den Betrieb von PV-Anlagen gibt, sind wir gezwungen, auch in Deutschland Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen. Die gesetzliche Lage und die unsichere, temporär ausgerichtete, Fördersituation haben die Investitionen in Österreich gebremst, obwohl die Nachfrage nach wie vor hoch wäre“, fasst Pupeter zusammen. Die Regierung hat sich mit der Mission 2030 zwar ein ambitioniertes Ziel gesetzt und will in zwölf Jahren den Stromverbrauch zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken, die Fördersituation spiegelt das jedoch nicht wider. Die Regierung hat das Fördervolumen für Kleinanlagen um knapp die Hälfte gekürzt. „Das ist ein Schritt in die völlig falsche Richtung. Um unsere Kimaziele halbwegs zu erreichen, ist im Gegensatz dazu sogar ein Ausbau der Förderungen notwendig. Längerfristige Planbarkeit und Kontinuität sowie eine kalkulierbare Investitionsförderung sind wichtig, um sowohl privaten Haushalten als auch gewerblichen Betrieben die nötige Sicherheit zu geben, dass sich eine Investition in erneuerbare Energie langfristig rechnet“, fordert Pupeter. „Beim derzeitigen Preisniveau könnte mit nur 40.000 Euro Fördervolumen für den Strompreis ein Megawatt Strom erzeugt werden (das entspricht der Stromversorgung für rund 300 Haushalte) und damit eine Wertschöpfung von über einer Mio. Euro generiert werden. Mit relativ wenig Fördervolumen könnte so Großes bewegt werden“, rechnet Pupeter die Vorteile einer Strompreisförderung vor. Analog zur Situation bei den PV-Anlagen sind auch die Kleinwasserkraft und die Biomasse von den unsicheren Rahmenbedingungen in Österreich betroffen. „Kleinwasserkraft hätte enormes Potential, gerade in einem wasserreichen Land wie Österreich, doch die Fördersituation ist unsicher und die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind einfach zu kompliziert. Es fehlt der Anreiz, in diese erneuerbaren Energien zu investieren“, betont Pupeter.

Öko-sozialer Wohnbau wächst
Neben den Finanzierungen in die Photovoltaik hat sich als weiteres wichtiges Standbein bei den nachhaltigen Investitionen des Umweltcenters die Immobilienfinanzierung  des gemeinschaftlichen öko-sozialen Wohnbaus erwiesen. Ein generationsübergreifendes Gemeinschaftswohnprojekt wurde 2017 im niederösterreichischen Pressbaum mit dem Verein B.R.O.T. realisiert.

Auf einem 14.000 m² großen Grundstück im Wienerwald wurden elf Wohnhäuser mit insgesamt 3.000 m² Wohnfläche und flexibel nutzbaren Gemeinschaftsräumen gebaut. Wert gelegt wurde auf eine große Gemeinschaftsküche mit einem gemütlichen Aufenthaltsbereich, Kinderspielräume, eine Gemeinschaftspraxis und vieles mehr. Die weitläufige Freifläche ist mit Nutzgärten, Obstbäumen und einem Kinderspielbereich belebt worden. Neben der sozialen Komponente war für alle Beteiligten ein ökologischer Baustil wichtig. Deshalb wurden alle Häuser in Holzriegelbau errichtet, ein Mobilitätskonzept erarbeitet sowie eine eigene Biomasseheizung und eine Photovoltaik-Anlage verbaut. Refinanziert wurde dieses Projekt teilweise mit den „Ökobausteinen“, die für Interessenten von nachhaltigen Geldanlagen eine einlagengesicherte Anlageform mit attraktiver Verzinsung bieten. „Wir haben aktuell fünf weitere Projekte im öko-sozialen Wohnbau in der Pipeline, wobei für dieses Jahr etwa zwei bis drei Projekte realistisch sind. Bis zu 15 Mio. Euro Finanzierungsvolumen ist 2019 allein mit diesen Projekten realisierbar“, erklärt Pupeter.

Nachhaltige Ziele
Der Erfolg, den die Raiffeisenbank Gunskirchen mit dem Umweltcenter erzielte, gibt auch die Stoßrichtung für die kommenden fünf Jahre vor: Gesundes, überdurchschnittliches Wachstum. „Die ersten fünf Jahre Umweltcenter waren geprägt durch die intensive Aufbauarbeit. Haben wir in den ersten drei Jahren nach Anlegern gesucht, die ihr Geld in nachhaltige Geldanlagen sinnvoll investieren wollten, hat sich unsere Situation in den vergangenen zwei Jahren komplett gedreht. Nun haben wir dank einiger institutioneller Anleger, die unsere Werte teilen, und einem Anstieg an privaten Kunden genug Anlagekapital, jedoch aktuell zu wenige Projekte. Dadurch geriet die dynamische Entwicklung etwas ins Stocken“, erläutert Pupeter. Mit einem personellen Ausbau im Umweltcenter und einer nachhaltigen Kapitaldecke startet das Umweltcenter nun gut gerüstet in die Zukunft. „ Wir wollen auch in den kommenden Jahren überregional im Umweltbereich agieren, aber weiterhin den örtlichen Bezug und die Regionalität leben. Bis 2023 wollen wir mit unseren Green-Banking Angeboten und unseren nachhaltigen Investitionen langfristig stabil weiterwachsen“, gibt Pupeter den nachhaltigen Kurs vor.

Alternative Anlageformen werden immer beliebter
Dass dieses Ziel erreichbar ist, zeigt auch der aktuelle Bericht des „Forum nachhaltige Geldanlagen“, der grünen Anlageformen und verantwortungsvollen Investitionen eine stark wachsende Bedeutung zumisst: Mit einem Anlagevermögen von rund 15,2 Mrd. Euro hat die Summe nachhaltiger Geldanlagen in Österreich einen neuen Rekordwert erreicht. Gegenüber dem Vorjahr wuchs das unter Berücksichtigung von strengen sozialen und ökologisch bezogenen Kriterien angelegte Vermögen um 16 Prozent. Für das laufende Jahr wird ein Wachstum des nachhaltigen Anlagemarktes um bis zu 30 Prozent erwartet. „Dieser Bericht spiegelt unsere eigenen Erfahrungen wider. Jedes Jahr erleben wir, dass sich immer mehr Menschen für Geldanlagen mit Mehrwert  entscheiden und somit zu einer besseren Zukunft für unsere Umwelt beitragen wollen“, betont der Bankchef abschließend.

Regionale Bank mit Sicherheit
Seit 120 Jahren ist die wirtschaftlich selbstständige Raiffeisenbank Gunskirchen bewährter Ansprechpartner in der Region. Mit der Gründung des Umweltcenters legte die regional stark verankerte Bank den Fokus auf soziale, ökologische und nachhaltige Finanzierungen und Veranlagungen. Die Raiffeisenbank Gunskirchen beschäftigt aktuell 46 Mitarbeiter, wovon sechs im Umweltcenter tätig sind.

  • Die Finanzierung von Photovoltaik-Anlagen ist aktuell einer der wichtigsten Investitionsbereiche des Umweltcenters.
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