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v.l.: Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Mag. Franz Ernstbrunner, Wirtschaftskammer Österreich, Außenwirtschaft Messen und Mag. Franz Waldenberger, Obmann Bio Austria OÖ.

Land Oberösterreich auf der BIOFACH Messe in Nürnberg

10. Feber 2016 | 13:45 Autor: Land Oberösterreich Österreich, Oberösterreich

Linz/Nürnberg (A/D) „Bio boomt. Die Zahlen der BIOFACH untermauern das eindrucksvoll: Über 2.500 Aussteller, mehr als zwei Drittel davon aus dem Ausland, werden heuer in Nürnberg erwartet. Im Vorjahr wurden auf dem Messegelände knapp 45.000 Fachbesucherinnen und Fachbesucher gezählt. Der Markt birgt noch viel Potenzial und damit auch große Chancen für die oberösterreichische Landwirtschaft. BIO AUSTRIA ist den Bäuerinnen und Bauern dabei ein wertvoller Partner“, erklärt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Oö. Landwirtschaft steht für Vielfalt - Bio ist ein wichtiger Bestandteil
„Vielfalt – dafür stehen unsere Landwirtinnen und Landwirte. Bio ist dabei ein wichtiger Bestandteil und wird von den Konsumentinnen und Konsumenten nachgefragt“, betont Landesrat Hiegelsberger. Fast 30 Jahre ist es her, dass Oberösterreich als erstes Bundesland einen ökosozialen Direktzuschuss in der Höhe von damals 3.000 Schilling (umgerechnet 218 Euro) eingeführt hat. Hiegelsberger: „Seither hat sich in der oberösterreichischen Bio-Geschichte Einiges getan.“

1994 lag die Zahl der Betriebe mit Biolandbau in unserem Bundesland bei 1.818, im vergangenen Jahr waren es nach vorläufigen Zahlen 4.056. Die bewirtschaftete Fläche hat sich von 1998 bis 2014 fast verdoppelt: von 36.000 auf 71.181 Hektar. Rund 60 Prozent der oberösterreichischen Bio-Betriebe sind Mitglied bei Bio Austria und produzieren nach den strengeren Produktionsrichtlinien des Verbandes.

Der Landesrat verweist darauf, dass aus Oberösterreich nach der Steiermark und Niederösterreich beim Ministerium zuletzt die meisten Anträge auf Neueinstieg in die „Biologische Wirtschaftsweise“ gestellt wurden.

„Die Hochburg auf dem Sektor ist das Mühlviertel, die Hälfte der oberösterreichischen Biobäuerinnen und -bauern befindet sich in dieser BioRegion“, berichtet der Landesrat. „Der Grund: Gemischte Betriebe, Grünland und Rinderhaltung eignen sich besonders gut für die biologische Wirtschaftsweise.“ Die restlichen Bewirtschafter teilen sich auf die übrigen Viertel auf. In den vergangenen zehn Jahren haben sich Märkte für Bio-Getreide und -Veredelungsprodukte entwickelt, daher ist auch die Zahl der Unternehmen im Zentralraum und den veredelungsstarken Gebieten gewachsen.

Einstieg in Bio birgt große Einkommenschancen
Die Bio-Top 3 Oberösterreichs sind Eier, Erdäpfel und Milch. „Stärker nachgefragt werden aber auch Fleisch und Geflügel“, so der Landesrat. Ein Einstieg in den Bereich birgt für die Landwirtinnen und Landwirte jedenfalls große Einkommenschancen.

Die stärksten Argumente für Bio sind:

  • ein wachsender Markt
  • ein gesteigertes Interesse an der Art der Lebensmittelproduktion
  • das positive Image in der Bevölkerung
  • das veränderte Ernährungsverhalten
  • die persönliche Motivation

„Worauf die Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf von Bio-Produkten unbedingt achten sollten, ist die Herkunft“, betont Hiegelsberger. „Auch hier gilt: Regionale Ware muss deutlich weniger weit transportiert werden, sie garantiert Nachverfolgbarkeit und sichert Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort.“

Oberösterreichs „Bio-Nachwuchs“ wird in Schlägl ausgebildet. Vergangenen Sommer erfolgte der Startschuss zur Erweiterung der Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule, der ersten ihrer Art in Österreich mit den Schwerpunkten Biolandbau und Biolandwirtschaft. Rund 2,8 Mio. Euro fließen in dringend benötigte Praxisräume, einen Mehrzwecksaal und einen Bioladen, zudem kommt es zu diversen Erneuerungen und Adaptierungen. Bis zum Schuljahr 2017/18 soll das Vorhaben abgeschlossen sein.

BIOFACH: Neueste Trends und Entwicklungen auf 81.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche
„Das breite Spektrum an Bio-Produkten bildet der Messeauftritt heimischer Betriebe auf der BIOFACH bestens ab“, betont Hiegelsberger. Aus Österreich stammen 94 Aussteller, aus Oberösterreich kommen 16.

Gezeigt werden die neuesten Trends bei Frische-, Tiefkühl- und Trockenprodukten, aus den Bereichen Kochen und Backen, Snacks und Süßigkeiten sowie aktuelle Entwicklungen bei Technik und Ausstattung. Die Brutto-Ausstellungsfläche umfasst mehr als 81.000 m2, Die Top 4 der Herkunftsstaaten bilden Italien, Frankreich, Spanien und die Niederlande. Ein Kongress zu Fachhandel, Nachhaltigkeit, Politik und Wissenschaft sowie „Erlebniswelten“ zu Olivenöl, Vegan und Wein runden das Programm ab.

Trend zu gesunder Ernährung lässt Bio-Bereich weiter wachsen
„Die Marktdaten der AMA für 2014 zeigen, dass der Bereich Bio weiter wächst: Rund 7,5 Prozent der Frischeware (ohne Getreide und Getreideprodukte) im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel werden in dieser Qualität gekauft“, berichtet Mag. Franz Waldenberger, Obmann von BIO AUSTRIA OÖ.

Bio erreicht Konsumentinnen und Konsumenten, die für ein breites Themenfeld aufgeschlossen sind: von Gesundheit, Umwelt- und Tierschutz, Biodiversität bis zu sozialen Standards. Waldenberger: „Laut aktueller AMA-Analyse ist besonders das Motiv ‚ein bewussterer Lebensstil, bewusstere Ernährung, andere Lebenseinstellung‘ für den Kauf deutlich gestiegen – von 10 Prozent (2010) auf 23 Prozent (2015).“ Das Hauptmotiv „Gesundheit, Gesundheitsbewusstsein, achte mehr auf gesunde Ernährung“ legte von 22 auf 26 Prozent zu. 66 Prozent der Befragten finden die höheren Preise für Bio-Ware gerechtfertigt (2010: 60 Prozent).

Im Vergleich der Handelsketten liegen Hofer und Rewe in etwa gleich auf.

Marktanteile nach Produktgruppen
„Oberösterreich hat einen Biomilch-Anteil von rund 9 Prozent und produziert mit etwa 90.000 Tonnen nach Salzburg bundesweit die zweithöchste Menge“, berichtet der Obmann. Mehr als 1.000 Bauernhöfe in unserem Bundesland halten Biomilch-Kühe, der Anteil an Bio-Betrieben legt bei zirka 11 Prozent. Die durchschnittliche Lieferleistung macht knapp 90.000 Kilo Milch pro Jahr aus.

„Die verstärkte Nachfrage nach Biomilch führt teilweise zu steigenden Auszahlungspreisen, eine Entkoppelung vom konventionellen Milchpreis ist ein wichtiges Ziel“, so Waldenberger. Aufgrund des höheren Erzeugerpreises bei bayerischen Molkereien (5 – 6 ct/l) fließen derzeit rund 35 Mio. Kilo Biomilch von österreichischen Bio-Betrieben nach Deutschland ab.

Tausende hochwertige Lebensmittel online finden – Biomaps macht’s möglich
Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten legen bei der Wahl ihrer Bio-Produkte nicht nur Wert darauf zu wissen, wie, sondern auch von wem sie hergestellt wurden. Doch wie findet man entsprechende Produzentinnen und Produzenten? „Hier schafft ein neues Online-Tool Abhilfe“, erklärt der Obmann. „Ab sofort findet man per Mausklick unter bio-austria.at/biomap Produkte und bezieht sie direkt von einem Bio-Betrieb.“ Kunden können nun einfacher und rascher biologisch hergestellte Ware von Landwirt/innen in ihrer Nähe finden und sie im direkten Kontakt erwerben.

Waldenberger: „Für die Produzentinnen und Produzenten ist das ein zusätzlicher Kommunikationskanal, mit dem sie ohne zusätzlichen zeitlichen und finanziellen Aufwand die Bekanntheit steigern und den Absatz stützen können.“ Aktuell sind mehr als 900 Direktvermarkter in ganz Österreich abgespeichert, rund 300 davon aus Oberösterreich.

Die BIO AUSTRIA-Mitgliedsbetriebe stehen mit ihren Produktionsrichtlinien für eine Qualitätsstrategie. Sie heben sich in vielen Bereichen deutlich von der EU-Bio-Verordnung ab.

Die wichtigsten Unterschiede:

  • Gesamtbetriebsumstellung
  • Einschränkungen im Betriebsmittelkatalog
  • Einschränkungen bei Düngemittel
  • Nur BIO AUSTRIA-zertifizierte Futtermittel
  • GVO-Grenzwert 0,1 statt 0,9
  • Bestandsobergrenzen: z.B. bei Masthühnern
  • 100% Bio-Lagerstellen
  • 100% Bio-Mischfutterwerke

    Amt der Oberösterreichischen Landesregierung

    Landhausplatz 1, 4021 Linz, Österreich
    +43 732 7720-0

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