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Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl lud Spitzenrepräsentanten von Energie-Unternehmen zum Erfahrungsaustausch – v.l.: Vorstandsdirektor Mag. Florian Niedersüß (eww AG), designierter Generaldirektor DDr. Werner Steinecker (Energie AG), Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl, Generaldirektor DI Wolfgang Anzengruber (VERBUND AG), Generaldirektor DI Erich Haider (LINZ AG) und Geschäftsführer Dr. Martin Hojas (Ebner Strom).

Energieunternehmen präsentierten beim oberösterreichischen Energie-Dialog ihre Innovationen

03. Feber 2017 | 10:26 Autor: Land Oberösterreich Österreich, Oberösterreich

Linz (A) Die neue Energiestrategie des Landes Oberösterreich, "Energie-Leitregion OÖ 2050", sieht unter anderem auch die stärkere Einbindung von Playern im Energiebereich vor: Daher hat Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl Verantwortungsträger von fünf Energieunternehmen zum Gespräch eingeladen: Generaldirektor DI Wolfgang Anzengruber, VERBUND AG, den designierten Generaldirektor DDr. Werner Steinecker von der Energie AG, Generaldirektor DI Erich Haider, MBA, von der LINZ AG, Vorstandsdirektor Mag. Florian Niedersüß von der eww AG und Geschäftsführer Dr. Martin Hojas von Ebner Strom.

"Mir ist der Informations- und Meinungsaustauch mit den Energieunternehmen im Rahmen der Umsetzung der neuen oö. Energiestrategie ein besonderes Anliegen, daher soll dieser Energie-Dialog künftig regelmäßig durchgeführt werden“, kündigte Landesrat Strugl im Anschluss daran an. Im Hinblick darauf, dass bei der neuen oö. Energiestrategie der Innovationscharakter besonders im Vordergrund steht, wurden in diesem Gespräch seitens der fünf Energieunternehmen auch jeweils Innovationen aus ihrem Bereich präsentiert.

Schwerpunkte im ersten „Energie-Dialog“ waren die Themen Marktsituation, Engpass-Management, rechtliche Rahmenbedingungen und Förderlandschaft sowie die derzeit in Entstehung befindliche Energie- und Klimastrategie des Bundes: „Bezüglich der vier Elemente des Zielquartetts der Energie- und Klimapolitik – die Versorgungssicherheit, die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Volkswirtschaft, die Leistbarkeit von Energie sowie die Nachhaltigkeit – wurde Übereinstimmung dahingehend erzielt, dass hier ein balancierter Ausgleich zu finden ist, weil diese Ziele zumindest teilweise in einem Spannungsfeld zueinander stehen. Insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes und die Auswirkungen auf die Beschäftigung müssen hier entsprechend berücksichtigt werden“, unterstrich Landesrat Strugl.

„Hinsichtlich der Ziele von Energiestrategien sind wir in dieser Gesprächsrunde ebenfalls zur gemeinsamen Meinung gekommen, dass als Zielgrößen die Intensität, also der Energieverbrauch pro BIP bzw. die Treibhausgasemissionen pro BIP sinnvoll sind“, so Landesrat Strugl weiters. Hinsichtlich Förderungen für erneuerbare Stromerzeugungstechnologien sei Einigkeit darüber erzielt worden, dass stärker die Marktmechanismen berücksichtig werden und Investitionsförderungen statt Einspeise-Tarifen zur Anwendung kommen sollten.

Im Hinblick auf den Innovationscharakter der neuen oö. Energiestrategie haben die Repräsentanten der fünf Energieversorgungs-Unternehmen auf Wunsch von Landesrat Strugl jeweils Innovationen aus ihrem Bereich vorgestellt:

GD DI Wolfgang Anzengruber (VERBUND AG): „Smart und erneuerbar in die Energiezukunft“
„Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind die Basis zur Umsetzung der österreichischen Klimaziele. Smarte Lösungen, energieeffiziente Produkte und Dienstleistungen und CO2-freie Stromerzeugung sind für uns der Weg in die Energiezukunft“, erläuterte Generaldirektor DI Anzengruber von der VERBUND AG: Die Anforderungen des Marktes ändern sich rasch und damit auch die Energiewelt. Mit energiewirtschaftlichem Know-how und im kontinuierlichen Dialog mit Kund/innen entwickelt VERBUND maßgeschneiderte Produkte für Privat-, Gewerbe- und Industriekunden. Das Angebot reicht von Convenience-Services über dezentrale Anlagen zur Energieerzeugung und -speicherung bis hin zur Energieoptimierung.

Der Schlüssel des zukünftigen Energiesystems – Demand Response:
Der Ausbau der Erneuerbaren geht mit massiven Schwankungen in den Stromnetzen einher. Im VERBUND-Power-Pool managen Industrieunternehmen ihre energetischen Flexibilitäten. „Mit speziellen Angeboten für Industrie und Ökostromanbieter ermöglichen wir auch Privatunternehmen die Teilnahme am Regelenergiemarkt. Das innovative Geschäftsmodell stützt gleichzeitig die Stabilität des Stromnetzes und damit die Versorgungssicherheit“, so Anzengruber.
 
VERBUND-Eco-Home für das smarte Zuhause:
Die Automatisierung von Haushalten verspricht mehr Komfort, weniger Energieverbrauch und nachhaltiges Leben im Ökosystem. Produkte, die Versorgungsinfrastruktur und Haushaltsgeräte bestmöglich aufeinander abstimmen, liegen im Trend. VERBUND bietet seinen Kund/innen mit Eco-Home eine Smart-Home-Lösung, die für Sicherheit, Energieeffizienz und standortunabhängige Kontrolle sorgt.

E-Mobility in Zentraleuropa auf Erfolgskurs:
Die Verbund AG dynamisiert auch die Ökologisierung des Verkehrssektors: Die VERBUND-E-Mobility Tochter SMATRICS betreibt Österreichs einziges flächendeckendes Hochleistungs-Ladenetz. Mehr als 400 Ladepunkte stehen bereits zur Verfügung, 200 davon High Speed. Als nächster Schritt starten die „Ultra High Speed“-Ladestationen, an denen ein E-Auto mit 150 bis 350 Kilowatt in 20 Minuten vollgeladen ist. Der weitere Ausbau des Ladenetzes mit Anbindung an die Nachbarstaaten wird ebenso konsequent und flächendeckend vorangetrieben. Elektromobilität mit Strom aus 100 % Wasserkraft trägt wesentlich zur Erhöhung der Energieeffizienz sowie zur Erreichung der Klimaziele bei.

Designierter GD DDr. Werner Steinecker (Energie AG): „Oberösterreich ist Vorreiter bei der Digitalisierung des Stromnetzes für mehr Versorgungssicherheit und maximalen Kundennutzen“
Der globale Trend der Digitalisierung macht auch vor der heimischen Stromversorgung nicht halt: Bisher waren die Stromnetze starr auf die Versorgung von wenigen, zentralen Kraftwerken ausgelegt. Mit dem Wandel und der Dezentralisierung der Stromversorgung kommen andere Anforderungen auf die Versorgungsnetze zu, um auch in Zukunft eine sichere und nachhaltige Versorgung mit elektrischer Energie sicherzustellen. Die Energie AG ist in Österreichs führendes Landesenergieversorgungsunternehmen, wenn es um die Digitalisierung der Stromversorgung geht.

Derzeit läuft der Umbau des bestehenden, zentral organisierten Stromnetzes zum intelligenten, mitdenkenden und dezentral ausgerichteten Netz der Zukunft, zum „smart grid“. Zentraler Bestandteil und Schlüsselfaktor für das Funktionieren des neuen Netzes ist die Einführung der digitalen Zählertechnologie. Diese „smart meter“ sind die „Nervenenden des Stromnetzes“ und ermöglichen es, in Echtzeit einen detaillierten Status des Stromnetzes darzustellen. Dies ist wesentlich für einen weiterhin sicheren Netzbetrieb und hohe Versorgungsqualität.

Mit den neuen Zählern wird es möglich, den Kund/innen neue Tarife, Produkte und Services zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduktion der eigenen Energiekosten anbieten zu können. „Mit mehr als 333.000 installierten smart meters verfügt Oberösterreich über das modernste Stromnetz der Republik“, stellte Energie AG-Technik-Vorstand und designierter Generaldirektor Steinecker fest. Der Ausbaugrad liegt mittlerweile bei über 52 Prozent. Das vorläufige Ausbauziel von insgesamt 450.000 Zählern (das entspricht den gesetzlichen Vorgaben von 70 Prozent der vorhandenen Zähler) wird bis 2017 erreicht, 2019 werden es 95 Prozent sein.

Neues Netz bringt maximalen Nutzen für Kund/innen:
„Wir sind bis jetzt das einzige Landesenergieversorgungsunternehmen Österreichs, das seinen Kunden schon jetzt spezielle, tageszeitabhängige Stromtarife anbieten kann. Wer den Betrieb seiner Stromverbraucher wie Wäschetrockner oder Waschmaschine danach ausrichtet, kann bares Geld sparen“, so Steinecker. Mehr als 7.500 Kunden sind bereits auf diese neuen Tarifmodelle umgestiegen und senken ihre Energiekosten bis zu 20 Prozent.

Wichtig für die Akzeptanz sei, dass die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung mit maximalem Komfortgewinn beim Kunden ankommen. Denn die neuen intelligenten Stromzähler ermöglichen es auch, verschiedene, bisher manuell ausgeführte Prozesse zu automatisieren und mit speziellen Services zum Vorteil der Kund/innen zu koppeln. „In Kombination mit dem smart meter und dem Smart-Power-Paket des Energie AG-Stromvertriebs werden die eigenen vier Wände zum echten intelligenten Zuhause“, erläuterte Steinecker.

Maximaler Nutzen für hohe Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden:
Vor allem im Zusammenspiel mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage besteht hier die Möglichkeit, mit den zur Verfügung stehenden Informationen über eigenen Verbrauch und eigene Erzeugung in Echtzeit zu nutzen und das eigene Energiemanagement aktiv und selbst gestalten zu können.
„Das intelligente Stromnetz in seiner Gesamtheit ist die Grundlage dafür, dass unser Energiesystem der Zukunft, die Energienutzung Zuhause oder im Bereich der Elektromobilität sinnvoll möglich ist“, unterstrich Steinecker die Bedeutung der Stromnetz-Digitalisierung.

GD DI Erich Haider, MBA (LINZ AG): „Einzigartiges Photovoltaik-Projekt in Oberösterreich“
Gemeinsam mit dem Bauträger LEWOG hat die LINZ AG Oberösterreichs erstes Eigentumswohnungs-Projekt mit eigener Sonnenstromerzeugung in Leonding erfolgreich realisiert. „Auf den Dächern von sechs neu errichteten Mehrparteien-Häusern wurde Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 52 Kilowatt Peak installiert, die fix zur Ausstattung der Eigentumswohnungen gehören. Der umweltfreundlich produzierte Ökostrom wird über Direktleitungen in den Wohnungsstromkreis eingespeist. Die Wartung und Überprüfung erfolgt im Auftrag der Hausverwaltung durch die LINZ STROM GmbH. Dadurch ist ein optimaler Betrieb sicher gestellt. Die Abrechnung erfolgt über die Hausverwaltung“, erläuterte Generaldirektor DI Haider von der LINZ AG.

1.000 kWh Sonnenstrom pro Wohnung:
Jede/r Eigentümer/in einer Wohnung ist somit auch Besitzer eines Sonnenkraftwerkes mit einer Leistung von jeweils einem Kilowatt. Jährlich können sie damit rund 1.000 Kilowattstunden (kWh) sauberen
Sonnenstrom erzeugen und damit rund 30 % ihres Strombedarfes decken. Je nach Lebensgewohnheiten, Haushaltsgröße und Ausstattung mit elektronischen Geräten kann der überwiegende Teil des Ökostroms (ca. 60 %) direkt in der Wohnung verbraucht werden. „Strom der nicht gerade selbst verbraucht wird, wird in das öffentliche Netz zurückgespeist und zum Beispiel von LINZ STROM Vertrieb vergütet“, so Haider.

VD Mag. Florian Niedersüß (eww AG): „Innovationsmanagement und Produktentwicklung bei der eww Gruppe“

Am Anfang steht eine Idee. Diese reift zur Innovation und wird zum marktreifen Produkt. Innovationsmanagement und Produktentwicklung wurde 2013 als konzernweit übergreifender Prozess etabliert und ist heute Bestandteil der Unternehmenskultur der eww Gruppe. Der Ideenpool wird laufend von Mitarbeitern und Partnern gefüllt. „Aus den bisher mehr als 50 Innovationsideen wurden mehrere neue Dienstleistungen erfolgreich auf den Markt gebracht. Das Angebot ‚Lichtlösung für die Industrie‘ bietet den Ersatz alter Beleuchtungssysteme in Industriegebäuden ohne Eigeninvestition. Der Energieeinsparungseffekt ermöglicht die Investition, die durch die eww Gruppe als Komplettanbieter geplant, ausgeführt und finanziert wird“, erklärte VD Mag. Niedersüß.

GF Dr. Martin Hojas (Ebner Strom): „Optimierung von Photovoltaikanlagen“
Im Netz von Ebner Strom im Unteren Mühlviertel beträgt die Einspeiseleistung von dezentralen Photovoltaikanlagen seiner Netzkund/innen bereits 50 % der Netzhöchstlast. Umso genauer müssen weitere Photovoltaikanlagen auf die Netzverträglichkeit einerseits und den Strombedarf der Anlagenbetreiber andererseits ausgelegt werden. „Ebner Strom bietet als Dienstleistung die Optimierung von Photovoltaikanlagen, damit diese effizient zur Abdeckung des Eigenbedarfs genutzt werden können und so eine optimale Wirtschaftlichkeit für den Betreiber erzielen“, erklärte Geschäftsführer Dr. Hojas.

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